Ein kurzer Pieks und schon ist man auch als Erwachsener vor der Viruserkrankung Masern geschützt. Foto: dpa
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Ein kurzer Pieks und schon ist man auch als Erwachsener vor der Viruserkrankung Masern geschützt.

Masern im Würmtal auf dem Vormarsch

Würmtal - 40 Masernfälle wurden in den letzten Wochen allein in München und Umgebung bekannt. Auch das Würmtal ist betroffen. Fünf Menschen haben sich bereits angesteckt.

Die Masern-Welle in München greift auf das Würmtal über. Fünf Menschen haben sich nach Auskunft der Gesundheitsämter bereits angesteckt. Es sind nicht nur Kinder, die mit roten Pusteln und erkältungsähnliche Symptomen zu kämpfen haben. Immer mehr junge Erwachsene bekommen Masern. Was mit Kopf-, Glieder- oder Ohrenschmerzen beginnt, sollte nicht unterschätzt werden: „Masern sind bereits drei Tage vor der Pustelbildung hoch ansteckend“, sagt Gerhard Schmid, Leiter des Gesundheitsamtes des Landkreises München. In dieser Zeit kann sich die Krankheit schon auf andere Menschen, die nicht geimpft oder durch eine Erkrankung in Kindertagen immun sind, übertragen haben.

Besonders gefährdet sind in diesen Tagen junge Erwachsene im Alter von 21 bis 34 Jahre. „Offenbar haben sich viele Menschen, die nach 1970 geboren sind, nicht impfen lassen“, so der Experte. Die Immunisierung gegen die Kinderkrankheit wurde erst vor 40 Jahren eingeführt. Sich durch eine Impfung mit einem kleinen Pieks vor den Viren schützen zu lassen, habe sich erst mit der Zeit durchgesetzt. Deshalb verlagere sich die Erkrankung heute eher ins Erwachsenenalter, sagt Schmid. Im Kindesalter seien nicht geimpfte Personen durch Geimpfte geschützt gewesen - sie konnten sich nicht so leicht anstecken. „Und Menschen, die heute über 60 Jahre alt sind, haben die Masern meist gehabt.“ Sie sind deshalb heute immun und können sich nicht mehr anstecken.

„Wir haben bei Masern immer wieder eine Krankheitswelle“, sagt Schmid und bezieht sich dabei auf das Jahr 2011, als allein 19 Erkrankungsfälle im Würmtal bekannt wurden. „Wir rechnen damit, dass die Zahl wieder so hoch wird wie damals.“ Auch im Landkreis Starnberg gab es in den letzten Wochen vier Fälle sowie drei, bei denen ein Verdacht besteht. Dr. Ralph Gerstweiler vom Gesundheitsamt in Starnberg vermutet, dass sich die Betroffenen in München angesteckt haben.

Schützen kann man sich vor der Viruserkrankung nur durch eine Impfung. „Auch im Erwachsenenalter kann man sich noch gegen Masern impfen lassen“, sagt Schmid. Was laut des Experten auch ratsam ist. Denn der Krankheitsverlauf ist bei Erwachsenen schwerer als bei Kindern. Es kann zu einer Enzephalitis kommen, einer Entzündung des ganzen Gehirns, die zu schweren Schäden am zentralen Nervensystem und im schlimmsten Fall zum Tod führen kann. „Ist man als nicht geimpfter Mensch mit einem Patient in Berührung gekommen, kann eine Aktivimpfung innerhalb drei Tagen oft helfen“, rät Schmid. Sonst hilft nur der Gang zum Arzt und für einige Zeit Quarantäne, bis der Körper keine Viren mehr aufweist.

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