Imkerin Judith Grimme aus Martinsried prüft mit einer „Windel“ genannten Auffangplatte, wo und wieviele Bienen sich im Stock aufhalten. Das lässt sich am „Abfall“ aus Pollen, Wachs und Blütenstaub der Bienen erkennen. Foto: dagmar rutt

Massensterben in Würmtaler Bienenstöcken

Würmtal - Mindestens 25 Prozent der Bienen sollen diesen Winter nicht überlebt haben. Die Bienenvölker im Würmtal soll es noch schlimmer getroffen haben.

Freunde des Honigs haben ein Problem. Wenn in diesem Winter 25 bis 30 Prozent der Bienen gestorben sind, wie vom Deutschen Imkerbund vermutet - was wird aus dem süßen Brotaufstrich? Sorgen machen sollten sich nicht nur Honigfreunde. Kultur- und Nutzpflanzen müssen bestäubt werden. „Wir könnten ein Problem mit unseren Nahrungsmitteln bekommen. Die Bestäubungsleistung einer Biene ist um ein zigfaches höher als der Honigertrag“, erklärt Rudolf Neuhäuser, Vorsitzender des Imkervereins Gräfelfing.

Doch Schwarzmalen ist nicht seine Art. Die Zeiten, in denen die Winterverluste der Imker bei fünf Prozent lagen, seien ohnehin lange vorbei. Seit 30 Jahren würden die Bienen von der Varroa-Milbe geplagt. Dass 25 bis 30 Prozent der Bienen im Winter sterben, sei längst normal. „Der Imker muss sich darauf halt einstellen, rechtzeitig für Reserven zu sorgen“, sagt Neuhäuser. Auch sein Vereinskollege Walter Stein aus Stockdorf findet: „So schlimm ist es nicht, muss man halt wieder aufbauen.“

Ob Bienen des Gräfelfinger Vereins oder private Bienen des Stockdorfers Walter Stein gestorben sind, steht noch nicht fest. Erst wenn es wärmer ist, trauen sich die Bienen raus, und man kann in die Kästen schauen. „Ein Volk ist mal gut geflogen“, hat Stein beobachtet. Die anderen habe er noch nicht gesehen. Von der hohen Bienensterblichkeit könne auch er betroffen sein.

Imkerin Judith Grimme aus Martinsried ist ein bisschen weniger entspannt. Ihre Bienenvölker hätten zwar alle überlebt. Die bekämen auch nicht nur Zuckerlösung, sondern auch eigenen Honig. „Ich behaupte, das ist einer der Gründe, warum es meinen Bienen gut geht“, sagt sie. Die Imkerin betreut aber auch die Bienen am Planegger Feodor-Lynen-Gymnasium. Dort hätten Schüler, Lehrer und Imker im Dezember entdeckt, dass es nicht alle Bienen geschafft haben.

„Das Imkern ist schwieriger geworden“, stellt Grimme fest. Milbe, Klimaveränderung und Monokultur machten den Bienen das Leben schwer. Sie sagt: „Dieses Jahr hat es sehr zugeschlagen.“ Dass es nur Ausfälle von bis zu 30 Prozent gebe, kann sie nicht bestätigen. „Ich habe von anderen Imkern hier gehört, die haben größere Ausfälle“ - mindestens 50 Prozent. Natürlich könne man die Völker wieder aufbauen, sagt sie. Aber das Problem für die Imker im Würmtal sei, dass das Imkern für die meisten ein Hobby ist. „Man muss bereit sein, immer neu zu investieren.“

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