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Immer mehr betrunkene Autofahrer im Würmtal: Rund zwei Promille Alkohol im Blut hatte der Fahrer dieses BMW, als er Mitte März eine Verkehrsinsel in der Pasinger Straße (Gräfelfing) rammte und neben der Aral-Tankstelle in Brand geriet. Er wird allerdings erst in die Statistik von 2017 Eingang finden.

Polizei-Statistik: Hemmschwelle der Autofahrer sinkt

Mehr Fahrten unter Drogen und Alkohol

Im Würmtal setzen sich immer mehr Menschen unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen ans Steuer. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Zahlen 2016 mehr als verdoppelt, so die Statistik.

Würmtal – Die Hemmschwelle, betrunken oder berauscht durch das Würmtal zu fahren, hat abgenommen. 2016 hat die Planegger Polizei im Vergleich zum Vorjahr mehr als doppelt so viele Fahrzeugführer erwischt, die unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen standen. 2015 waren es noch 36 Fahrer gewesen, die die Polizei wegen Trunkenheit aus dem Verkehr gezogen hatte, im vergangenen Jahr waren es 73. Unter Drogeneinfluss standen 2015 noch 21 ertappte Fahrzeugführer; 2016 waren es 49.

Diese Bilanz ist nicht auf eine verstärkte Polizeipräsenz zurückzuführen. „Wir haben genauso viel kontrolliert wie sonst“, versichert Stefan Daiberl, zuständig für den Bereich Verkehr bei der Planegger Polizei. An Kontrollen zur Wiesnzeit habe es auch nicht gelegen. „Man hat die Tendenz schon das ganze Jahr über beobachten können“, sagt der Beamte.

Wie der aktuellen Verkehrsunfallstatistik der Planegger Polizei außerdem zu entnehmen ist, ist auch die Zahl der Unfälle unter Alkohol- (2016: 10 / 2015: 8) und unter Drogeneinfluss (2016: 2 / 2015: 0) leicht gestiegen.

Abgesehen von der auffälligen Häufung betrunkener oder betäubter Fahrzeugführer, bietet die Statistik jedoch keinen großen Anlass zur Sorge. Anders als die Jahre zuvor, hat es im vergangenen Jahr keinen tödlichen Unfall im Würmtal gegeben. Junge Erwachsene und Senioren ab 65 Jahren scheinen sicherer zu fahren, als noch ein Jahr zuvor. 2016 seien bei insgesamt 50 (2015: 65) Verkehrsunfällen Fahrzeugführer im Alter von 18 bis 25 Jahren beteiligt gewesen. In 29 Fällen hätten sie (2015: 43) den Unfall selbst verursacht. Insgesamt 9,75 Prozent der Unfälle mit Personenschaden (2015: 13,25 Prozent) seien von dieser Gruppe ausgegangen. Auch die Zahl der Unfälle unter Beteiligung von Senioren sei zurückgegangen (2016: 136 / 2015: 141). In 81 Fällen (2015: 96) hätten sie den Unfall selbst verursacht. Hier ist jedoch festzustellen, dass der Anteil der Senioren an der Gesamtzahl der Unfälle mit Personenschaden gestiegen ist (2016: 26 Prozent / 2015: 20,66 Prozent).

Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Unfälle im Bereich der Planegger Polizei minimal um drei auf 1062. Das sei nicht besorgniserregend. Die Zahl der Verkehrsunfälle schwanke seit Jahren zwischen 1000 und 1100, erklärt Daiberl. Freuen dürfen sich die Gräfelfinger; dort ist sowohl die Zahl der Unfälle (2016: 363) als auch der Verletzten (2016: 39) deutlich zurückgegangen (2015: 409; 57). In Planegg, Krailling, Neuried und Stockdorf gab es 2016 hingegen mehr Unfälle als 2015.

Nach Unfallart gegliedert, weist die Statistik Zunahmen in folgenden Bereichen auf: Obgleich es etwas weniger Unfälle mit Personenschaden gab (2016: 123 / 2015: 126), gab es etwas mehr Verletzte. (2016: 144 / 2015: 141). Schulwegunfälle seien von zwei auf drei gestiegen, und auch die Zahl der Unfälle unter Beteiligung von Radfahrern sei von 72 auf 74 gestiegen. „Die Zahl der zu Schaden gekommenen Fußgänger ist leider von vier auf zehn gestiegen“, so Stefan Daiberl außerdem in seiner Statistik. Auch hier haben sich die Zahlen mehr als verdoppelt.

Victoria Strachwitz

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