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Einbrecher am Werk: Im Würmtal nahm die Zahl der Straftaten im Jahr 2016 zu.

Nur Krailling die Ausnahme

Mehr Straftaten im Würmtal

Das Würmtal ist die sicherste Gegend im Landkreis München – obwohl die Zahl der Straftaten gestiegen ist. In Krailling schaut es noch besser aus, dort hat die Kriminalität sogar abgenommen.

Würmtal– Auf der Jagd nach Kriminellen kann eine Portion Glück nötig sein, um die Täter dingfest zu machen. Und eine derartige Fügung des Schicksals spielte der Planegger Polizei im vergangenen Jahr in die Hände, wie Siegfried Janscha, Dienststellenleiter der Planegger Polizeiinspektion, mit Blick auf die aktuelle Kriminalitätsstatistik für 2016 berichtet. Kraillinger hatten ihre kranke Katze mit einer Kamera beobachtet. Ein bulgarischer Einbrecher wurde gleich mitgefilmt und daraufhin in Österreich geschnappt.

Gegen den deutlichen Anstieg der Straftaten im Würmtal konnten Glück und Polizei jedoch nichts ausrichten. Janscha berichtet von einer Steigerung der Straftaten um 9,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch hat er Erfreuliches zu erzählen: „Die Aufklärungsquote erhöhte sich um etwa drei Prozent. Damit lag sie im vergangenen Jahr bei 51,8 Prozent.“ Das wird die Würmtaler noch nicht unbedingt besser schlafen lassen. Doch die Tatsache, dass Janschas Polizeiinspektion im Vergleich mit den Inspektionen im Landkreis München die geringste Kriminalitätsbelastung hat, dürfte auf Würmtaler zumindest etwas beruhigend wirken.

Am entspanntesten dürfen die Kraillinger sein. „Während in allen Gemeinden ein Anstieg der Straftaten zu verzeichnen ist, waren die Deliktzahlen einzig in Krailling deutlich rückläufig“, erklärt Janscha. Zudem ist in der Geminde die Häufigkeitszahl – also Straftaten auf 100 000 Einwohner hochgerechnet – mit Abstand am geringsten (1460). Am anderen Ende der Skala befindet sich die Nachbargemeinde Planegg (4076), die damit auch den Landkreis München übertrumpft (3826). Im Vergleich zu Bayern (6871) und der Landeshauptstadt (7909) geht es aber auch dort recht gesittet zu.

Janscha gliedert in seiner Statistik auf, welche Delikte zu- und abgenommen haben. So ist die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von sechs auf 14 Fälle gestiegen. Ein großer Teil davon sei der Cyberkriminalität zuzuordnen, beispielsweise der Verbreitung pornografischer Schriften. Die Zahl der Raubdelikte habe sich auf vier verdoppelt, drei konnten aber aufgeklärt werden. So ergibt sich hier eine Aufklärungsquote von 75 Prozent. Auch Betrüger haben im Würmtal kein leichtes Spiel, 74 Prozent seien überführt worden.

Bei den so genannten Kontrolldelikten spiegeln die Zahlen laut Janscha nicht unbedingt eine Veränderung der Kriminalitätsbelastung wider, sondern möglicherweise ein geändertes Verhalten der Kontrollorgane wie Polizei oder Ladendetektive. Die Zahl der Leistungserschleichungen, sprich das „Schwarzfahren“, stieg im Bereich des ÖPNV von 35 auf 59 Fälle. Bei Rauschgiftdelikten verzeichnete man 102 Fälle (2015: 56). Beim Ladendiebstahl gab es einen Rückgang von 51 auf 36 Delikte.

Mit 17,5 Prozent ist die Aufklärungsquote bei Diebstählen äußerst niedrig (17,5 Prozent). Bei den schweren Diebstählen – darunter auch Einbrüche – liegt sie gar bei nur 7,5 Prozent. Immerhin wurde dank Katzenkamera der bulgarische Einbrecher überführt.

Und das war nicht der einzige große Fahndungserfolg der Planegger Polizei was Serientäter betrifft. Sie konnte auch für einen sprunghaften Anstieg der Aufklärungsquote bei Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen sorgen (6 auf 42 Prozent). Sie nahm im Juni 2016 eine Frau fest, die im Laufe der vergangenen zwei Jahre mehr als 50 Fahrzeuge in Martinsried zerkratzt hatte.

Victoria Strachwitz

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