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Legte ungeniert auch eigene Schwächen offen: Veronika Faber in ihren „Chansons Bavaroises“.

Mundarttexte in bester Liedermacher-Tradition

Der Mensch und seine Fehler

Würmtal - Gelungen gab Veronika Faber am Mittwochabend in der Pasinger Fabrik ihre Premiere.

Sie präsentierte ihr aktuelles Liedermacher-Programm „Bloß a Mensch“. Ihre selbst komponierten und getexteten „Chansons Bavaroises“ erzählen von allem, was den Menschen ausmacht, und nehmen seine Fehlerhaftigkeit mit Humor.

Irgendwann muss jeder erkennen: „I bin a bloß a Mensch und hob meine Sorgen“. Auf Bayerisch und auf Hochdeutsch, je nach Lust und Laune, erzählt Faber auf poetische und leichte Weise von allem, was die Lebenserfahrung hergibt: Zorn, Neid, Eifersucht und Trauer – es gehöre eben alles dazu. Der Mensch sei genau so, auch wenn mancher so gerne einmal anders wäre.

Auf der Bühne kam Faber zwischen den Chansons sympathisch ins Plaudern. Sie erzählte von sich, ihren Erfahrungen, wie eine gute Freundin es tut, und gab ihrem Publikum kluge Denkanstöße. Es war aber nichts zum Grübeln dabei, eher waren es Lebensweisheiten, die das eigene Menschsein leichter machen können. So zitierte sie Novalis: „Alles ist gut, nur nicht überall, nur nicht immer, nur nicht für alle.“ Wer will da schon widersprechen?

Die Liedtexte waren besonders, sehr persönlich, nie platt und auf ihre Weise unverwechselbar. Faber zeigte keine Scheu, eigene Schwächen offen zu legen. Die Inhalte waren aus dem puren Leben gegriffen. Manchmal war es auch zum Heulen, so wie bei „Ute“, der unvergleichlichen besten Freundin, die es nicht mehr gibt. Wer hat nicht schon einmal eine solche Verlusterfahrung durchlebt oder Herzschmerz vor Liebeskummer empfunden wie in „Es tuat oiwei no weh“ erzählt wird?

Melancholisch blieb es aber nie lange. Mit flotten Rhythmen, eingängigen Harmonien und gekonnten Improvisationen der begleitenden Band gelang sofort der Taktwechsel. Am Ende war klar: „Mia gengan olle den gleichen Weg“ und „Niemals aufgeben und du gewinnst!“. „Chanson Bavaroises“, das waren Mundarttexte in bester Liedermacher-Tradition zu musikalischer Vielfalt, die auch vor dem Jodeln nicht haltmacht.

Alexandra Joepen-Schuster

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