40 Menschen im Würmtal obdachlos

- Auch Familien betroffen

VON ANDREAS VON DELHAES Würmtal - Draußen schneit`s, draußen ist es kalt und draußen stehen Menschen. Auch im reichen Würmtal gibt es sie, die Obdachlosen. Zur Zeit werden 25 Personen in Gauting, zehn in Planegg, fünf in Gräfelfing geführt. In Neuried und Krailling sind keine Wohnsitzlosen registriert.

Laut Auskunft der Gemeinden stagnieren diese Zahlen seit Jahren. Viele von ihnen haben einen Raum in einer der Obdachlosenunterkünfte der Gemeinden, die verpflichtet sind, diese Bedürftigen finanziell, mit Sachleistungen oder mit Schlafplätzen zu versorgen. Diese Mehrbettzimmer müssen sie sich dann mit anderen Personen oder mit Familienmitgliedern teilen, worüber sich die Freude in Grenzen hält. Oft melden sich Familien oder allein erziehende Mütter, die ihre Miete nicht bezahlen können und deshalb gekündigt wurden. Sie erhalten in der Regel Sozialhilfe, die auch die Raummiete der Gemeinden übernimmt.

Die, die ein Leben auf der Straße bevorzugen, sind eine kleine Minderheit. Sie erscheinen als Durchreisende in den Rathäusern oder den Pfarrämtern, beziehen ihre tägliche Unterstützung in Form von Geld oder Essensgutscheinen, verschwinden wieder oder suchen sich im Winter eine Wohnmöglichkeit. Gauting bringt seine Obdachlosen in der Forst-Kasten-Straße in Stockdorf unter. Zwölf Männer, vier Frauen und zwei Familien werden hier versorgt. Planegg unterstützt insgesamt zehn Menschen in der Unterkunft an der Pasinger Straße.

Eine Anlaufstelle ist das benachbarte Sozialnetz Würmtal. Betroffene von Wohnungsräumungen können sich dort über mögliche Hilfe durch die Gemeinden informieren. Gräfelfing will derzeit die Obdachlosenunterkunft in der Maria-Eich-Straße in eine Kinderkrippe umwandeln, da in der Flurstraße eine weitere Wohnmöglichkeit verfügbar ist. Dies wurde auch möglich, weil einige Obdachlose in frei werdende Sozialwohnungen umquartiert werden konnten. Ziel sei es schließlich laut Auskunft des Sozialamtes nicht, die Menschen zehn Jahre in einer Obdachlosenunterkunft zu behalten.

Neun Euro pro Tag

Den Durchreisenden dagegen zahle man neun Euro pro Tag, die diese aber pro Monat nur einmal abholten. Krailling und Neuried dagegen haben schon seit einiger Zeit keine Obdachlosen mehr. Wie Kraillings Bürgermeister Dieter Hager meint, seien wohl aufgrund der ungünstigen S-Bahn-Anbindung auch die Kurzbesuche im Rathaus eher selten. Im Einzelfall bringe man Bedürftige kurzfristig in Pensionen unter. Generell sei aber die Zahl der Sozialhilfeempfänger in der Gemeinde wegen der ausgewogenen Sozialstruktur eher gering.

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