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Bald eine Spielhalle? Seit fast eineinhalb Jahren findet sich kein neuer Mieter für den ehemaligen Bioladen in der Mathildenstraße.

Ehemaliger Biomarkt soll zu Sportsbar mit Spielhalle werden

Lieber Leerstand als Glücksspiel

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Planegg - Seit eineinhalb Jahren steht der ehemalige Biomarkt in der Planegger Mathildenstraße leer. Jetzt gibt es einen interessierten Mieter. Doch der passt der Gemeinde noch weniger als der Leerstand.

Seit der Biomarkt in der Mathildenstraße 1 im Dezember 2014 seine Türen schloss, steht die Ladenfläche im Planegger Ortstzentrum, unweit der Haupteinkaufsstraße, leer. Schnell einen Nachmieter zu finden, gelang dem privaten Eigentümer offenbar nicht. Auch die Gemeinde, die zunächst Interesse zeigte, sprang nicht als Nutzer ein. Ein Seniorentreff wurde wegen Zweifeln am Bedarf verworfen, eine Tagespflege für Senioren an dieser Stelle hätte hohe Umbaukosten verursacht. So blieb es bis heute beim Leerstand – und wird es möglicherweise weiter bleiben. Den neuen Plänen des Eigentümers will sich die Gemeinde in den Weg stellen.

Ein potenzieller Mieter hat jetzt einen Antrag eingereicht, den Laden als sogenannte Sportsbar mit angeschlossener Spielhalle betreiben zu dürfen. Auf einer Teilfläche will er Spielautomaten aufstellen, der Rest des Ladens soll einen Gastronomiebetrieb mit Sport-Übertragungen beherbergen. An diesem Donnerstag muss der Bauausschuss des Gemeinderates über den Antrag entscheiden.

Auch wenn ein Leerstand in so zentraler Lage nicht im Interesse der Gemeinde ist, wird das Planegger Bauamt dem Ausschuss eine Ablehnung empfehlen. Der dürfte dem folgen. Während der Klausur zur Ortsentwicklung habe sich gezeigt, dass der Gemeinderat „in Spielhallen keine gute Nutzung für die Ortszentren in Planegg und Martinsried“ sehe, sagt Rathaussprecherin Bärbel Zeller. Auch Bürgermeister Heinrich Hofmann hatte kürzlich schon öffentlich angedeutet, dass ihm daran gelegen ist, eine Automaten-Spielhalle an dieser Stelle zu verhindern.

Man wisse aber auch, dass das rechtlich nicht ganz einfach sei, sagt Zeller. Ohne guten Grund kann dem Antragsteller das Einvernehmen nicht verweigert werden. Laut Bauamt sei das Vorhaben „nicht mit den Zielen der Gemeinde vereinbar“. Ob das für eine Ablehnung reicht, muss zunächst das Landratsamt als eigentliche Genehmigungsbehörde beurteilen. Sind sich Gemeinde und Kreisbehörde einig, bleibt dem Antragsteller noch eine Klage, was bei verweigerten Genehmigungen für Spielhallen immer wieder vorkommt – mit recht unterschiedlichem Ausgang.

„Am besten wäre es, wenn ein anderer Mieter ein Konzept hätte, das auch den Eigentümer überzeugt“, sagt Zeller. Weitere Interessenten gebe es zumindest.

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