Vertreter von Wissenschaft, Forschung und Politik trafen sich im IZB: (v.li.) Götz Münch (Corimmun GmbH), Thomas Hofmann (TUM), Florian Hahn (MdB), Horst Domdey (BioM) und Maximilian Reiser (LMU). foto: höfle

350 Millionen Euro Fördergelder für die Forschung

Martinsried - Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt hunderte Projekte im Landkreis München mit Fördergeldern. 350 Millionen Euro sind hier derzeit im Umlauf.

Seit elf Jahren steht das Innovations- und Gründerzentrum für Biotechnologie (IZB) in Martinsried für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Forschung und Entwicklung. Der passende Ort, um über die Gelder des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zu sprechen, mit denen das Ministerium großzügig innovative Projekte und Ideen im Landkreis fördert. Er kenne keinen Wahlkreis, in dem Fördergelder in diesem Maße ausgeschüttet werden, erläuterte Florian Hahn (CSU), Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis München-Land. Als Mitglied im Ausschuss für Bildung und Forschung hatte er ins IZB geladen. Die Förderlandschaft in der Region sei sehr gut, stimmte ihm Professor Horst Domdey, Geschäftsführer des BioM-Biotech-Clusters, zu. Doch bei allem Lob wurde im IZB auch Kritik laut. „Alle Fördergelder helfen nichts, wenn die Grundlage für private Investoren fehlt“, so Domdey.

Der heutige BioM-Geschäftsführer erlebte die Entwicklung der Region hautnah. In Martinsried sei der Schulterschluss von universitärer Forschung, Bio- und Pharmaindustrie geglückt. Diese „wissensbasierte Ökonomie“ wäre ohne die Fördergelder des BMBF nicht möglich gewesen.

Ein Großteil dieser Gelder fließt in Verbundprojekte, an denen auch die Technische Universität München (TUM) und die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) beteiligt sind. Allein 190 Verbundprojekte, die vom BMBF gefördert werden, laufen momentan an der TUM. „Die Unis sind Triebfedern für Innovationen“, betonte Thomas Hofmann, Vizepräsident der TUM für den Bereich Technologietransfer. Ziel sei es, den Status quo auszubauen. „Wir müssen neue Unternehmen anzuziehen, die internationale Konkurrenz schläft nicht.“

Um das zu erreichen, seien erhebliche Hürden zu überwinden, mahnte Professor Maximilian Reiser, Dekan der Medizinischen Fakultät der LMU. Die Zulassungsverfahren im biomedizinischen Bereich seien in Deutschland langwierig und mühselig, der Patentschutz oft so kurz, dass sich der Genehmigungsprozess für Unternehmen nicht lohne. „Was nutzen Unternehmen Fördergelder, wenn sie nicht an Investoren rankommen“, betonte Domdey. Es müssten Anreize - zum Beispiel in Form von Steuererleichterungen - geschaffen werden, um Unternehmen in die Region zu locken. Anders als Universitäten seien Unternehmen auf Privat-Investoren und Risikokapitalanleger angewiesen. Wenn man die Zahlen mit Frankreich, Österreich, und der Schweiz vergleiche, rangiere Bayern auf dem letzten Platz, so Domdey.

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