Spezialeinheit räumt kompletten ICE - und überwältigt einen Mann

Spezialeinheit räumt kompletten ICE - und überwältigt einen Mann
Von Schuldzuweisungen will Minister Martin Zeil nichts wissen. Der späte Ausstieg der Gemeinde Planegg als Bauherrin für die U-Bahn hat ihn aber überrascht. Foto: HöFle

Minister Zeil zum U-Bahn-Bau: "Jeder muss sich bewegen"

Planegg - Der Anschluss des Campus Martinsried an das Münchner U-Bahn-Netz ist nach wie vor nicht in trockenen Tüchern. Der Freistaat Bayern und die Gemeinde Planegg ringen derzeit im Verborgenen um die Verteilung von Lasten und Verantwortungen beim U-Bahn-Bau. Der Münchner Merkur sprach mit Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil.

Herr Minister, die Verhandlungen zur Verlängerung der U-Bahnlinie 6 vom Klinikum Großhadern nach Martinsried ziehen sich hin. Im Sommer hat sich die Gemeinde Planegg von der Bauherrenrolle für den neuen Bahnhof zurückgezogen. Seitdem wird unter neuen Vorzeichen verhandelt. Sind Sie zuversichtlich, bald zu einer Einigung zu kommen?

Zeil: Ich hoffe es sehr. Das ist ein Lackmustest für die Handlungsfähigkeit der unterschiedlichen Ebenen. Zumal in diesem Fall ja sogar die Finanzierung gesichert ist. Ich werbe daher jetzt dafür, dass Freistaat und Gemeinde gemeinsam zu Lösungen kommen.

Haben Sie grundsätzlich Verständnis für die Position der Gemeinde, die sich offenbar mit der Rolle des alleinigen Bauherren überfordert gefühlt hat?

Ja. Ich war nur überrascht, dass uns das so spät kundgetan wurde. Aber es geht jetzt nicht um Schuldzuweisungen. Es soll kein Ping-Pong-Spiel geben.

Die Gemeinde hat sich zuletzt sehr bedeckt gehalten zum Stand der Verhandlungen. Sind die Gespräche so schwierig, wie es den Anschein hat? Der U-Bahn-Bau wird ja eigentlich von allen Seiten befürwortet.

Der Campus ist eine Erfolgsgeschichte, von dem auch die Gemeinde Planegg profitiert. Wir müssen eine für alle Seiten verantwortbare Lösung finden. Aber jeder muss sich bewegen.

Der Campus wächst beständig weiter. Gerade erst wurde das Richtfest für das neue Biomedizinischen Zentrum gefeiert, das weiteren 1800 Studenten Platz bieten soll. Ist die derzeitige Situation der öffentlichen Verkehrsanbindung nicht eigentlich untragbar?

Darum setze ich mich ja so für eine Lösung ein. Die müssen wir finden. Das erwartet ja auch der Bürger bei einem solchen Projekt.

Gehen Sie davon aus, dass im angestrebten Zeitraum, also im Frühjahr nächsten Jahres, eine Einigung über die noch offenen Fragen wie die Bauträgerschaft zu erreichen ist?

Spätestens dann wollen wir eine Einigung erreicht haben.

Die technischen und baulichen Planungen für die U-Bahn-Verlängerung sind weit gediehen. Dennoch wird selbst bei einer schnellen Einigung noch einige Zeit vergehen, bis die Anbindung realisiert sein wird. Kann Ihr Ministerium helfen, die derzeitige Anbindung über Busse zu verbessern?

Die ÖPNV-Anbindung durch Buslinien liegt zuerst bei der Gemeinde und dem Landkreis. Aber wir können dies über das ÖPNV-Gesetz auch unterstützen. Aber dafür müsste erst auf den anderen Ebenen geredet werden.

Es könnte sich aber lohnen, wenn Landkreis und Gemeinde mit einem Verbesserungsvorschlag zur Busanbindung an Sie herantreten?

Das wäre durchaus als Übergangslösung denkbar. Der Standort Martinsried ist ein Juwel. Da braucht es eine anständige Anbindung.

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