Kurt-Huber-Gymnasium

Ministerium lehnt musischen Zweig ab

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Ein gutes halbes Jahr lang durfte die Schulfamilie des Kurt-Huber-Gymnasiums (KHG) davon träumen, sich mit einem musischen Zweig eine weitere, attraktive Facette zuzulegen. Nun ist der Traum geplatzt – vorerst jedenfalls.

Gräfelfing– Der Bescheid des Kultusministeriums fiel recht knapp aus. Dem Antrag des Kurt-Huber-Gymnasiums, einen seiner vier Züge zu einem musischen Zug umzuwidmen, könne nicht entsprochen werden. Dies komme nur in Betracht, wenn eine Beeinträchtigung anderer Gymnasien in der Region ausgeschlossen werden könne. Das sei in diesem Fall „nicht gegeben“.

Damit dürfte vor allem das Carl-Spitzweg-Gymnasium (CSG) in Germering gemeint sein, das über einen musischen Zweig verfügt. KHG-Direktorin Anita Groß sagte auf Merkur-Anfrage, sie wisse, dass das CSG in seiner Stellungnahme, zu der bei einem solchen Anliegen alle umliegenden Schulen aufgerufen sind, den Wunsch der Gräfelfinger abgelehnt habe. „Wir tragen es mit Fassung, sind aber natürlich enttäuscht“, sagte Anita Groß.

Wie berichtet, hatte sich die Schulleiterin mit Feuereifer dafür eingesetzt, ihrem Gymnasium mit einem musischen Zweig zu mehr Attraktivität zu verhelfen. Im Gemeinderat hatte Groß unter anderem damit argumentiert, diese Fachrichtung werde an der Schule ohnehin schon gelebt – mit Orchestern, Chören, Theatergruppen und W-Seminaren im Fach Kunst. Die neue Musikklasse sei aus dem Stand heraus mit 29 Schülern voll gewesen. Die Gemeinde als Sachaufwandsträger hatte den Wunsch voll unterstützt.

Nun will Anita Groß nicht die Flinte ins Korn werfen. Sie verweist auf die ohnehin beschlossene Stärkung des sprachlichen Profils (durch die Öffnung für die vierte Fremdsprache Italienisch), die bereits existierende Musikklasse und eine Sportklasse, die ab Herbst mit der fünften Klasse eingeführt wird.

Und auch das Anliegen selbst gibt Anita Groß noch nicht ganz verloren. Sie hat um einen Gesprächstermin beim zuständigen Schulreferenten im Ministerium gebeten, um abzuklären, ob noch eine Chance für den musischen Zweig besteht. Anita Groß: „Ich möchte Transparenz herstellen und möglichst genau wissen, woran es vorerst scheitert.“ So seien ihr etwa die Zahlen Gräfelfinger Schüler, die den musischen Zweig des Carl-Spitzweg-Gymnasiums besuchen, nicht bekannt. Etwas Hartnäckigkeit und ein abermaliger Antrag könnten durchaus Erfolg haben. Schließlich weiß Anita Groß, dass ihr Amtsvorgänger Hendrik Rehn ebenfalls mehrere Anläufe benötigte, um die heute am KHG gültige Fremdsprachenwahl genehmigt zu bekommen.

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