Gerhard Holz (hier in Neuried) tourt als bairischer Barde durch Kindergärten und Schulen. dr

Mission Bairisch

Würmtal - Viele Kinder verstehen nicht mehr Bairisch. Gerhard Holz hat es sich zur Aufgabe gemacht, der Jugend ihre Heimatsprache wieder näher zu bringen.

Die Kinder schauen den Mann mit großen Augen an. Was der da wohl redet? Dabei spricht Gerhard Holz keine Fremdsprache, sondern Bairisch. Aber von pumperlgsund, Gscheithaferl, bärig und pfundig haben die meisten der Kinder vom Neurieder Kindergarten am Kraillinger Weg noch nie etwas gehört. Doch als der Mann seine Gitarre zur Hand nimmt und singt, da verwandeln sich die skeptischen Gesichter schnell in lachende. Die Kinder singen begeistert das Lied vom „kloana Floh mit sechs Haxn“.

Seit vielen Jahren zieht Gerhard Holz mit seiner „bairischen Singstund“ durch die Schulen und Kindergärten in und um München. Der 62-Jährige ist Vorsitzender des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte e.V. für München. Er will „die wunderbaren Begriffe der Mundart“ bewahren und bedauert: „Das Bairische geht immer mehr verloren.“ Dabei sei es doch eine Bereicherung, Hochdeutsch und Bairisch zu können.

„Manche pflegen den Dialekt zu Hause. Andere wollen ihren Kindern dagegen eher das Hochdeutsche beibringen“, weiß Andrea Biermeier, Leiterin des Kindergartens Rappelkiste in Gräfelfing. Das sei ja auch für den Schriftspracherwerb in der Schule wichtig. Sie erzählt: „Wir singen immer wieder bairische Volkslieder, genauso wie englische und französische. Das gehört einfach dazu.“ „Zwei mal im Jahr singen wir bairisch, ein Laternen- und ein Adventslied“, berichtet die Leiterin des Kraillinger Caritas-Kindergartens, Renate Kleinmond. „Die Eltern finden das lustig.“ Es habe aber noch keine Anfragen gegeben, das Bairische im Kindergarten auszuweiten. „Die meisten Kinder reden Hochdeutsch.“ Das bestätigt auch die Rektorin der Grundschule Gräfelfing, Gertrud Wessely. „Es gibt noch Kinder, die Bairisch können. Die wenden es aber in der Schule selten an.“

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