Eine  gefräßigen Raupe des Blutbärschmetterlings frisst Jakobskreuzkraut.
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Mir der gefräßigen Raupe des Blutbärschmetterlings lässt sich das Jakobskreuzkraut bekämpfen.

Sanatoriumswiese

Mit Blutbären gegen giftiges Kraut

  • Andreas Deny
    vonAndreas Deny
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Das giftige Jakobskreuzkraut breitet sich auf der Kraillinger Sanatoriumswiese immer mehr aus. Die Gemeinde geht jetzt dagegen vor – mit Blutbären.

Krailling – Das giftige Jakobskreuzkraut gibt es schon seit Langem auf der Kraillinger Sanatoriumswiese. Doch inzwischen ist es eine Plage. In der Vergangenheit wurde die Mahd der Wiese lokal verfüttert. Das ist nicht mehr möglich, da sich das Kraut immens vermehrt hat und damit auch die Giftstoffe im Tierfutter. Die Samen der zweijährigen Pflanze verbleiben bis zu 20 Jahre im Boden und können jederzeit wieder austreiben.

Raupen schmeckt bitteres Kraut

Mit einer neuen Methode versucht die Gemeinde jetzt, der Plage Herr zu werden. Wie die Kraillinger Umweltreferentin Verena Ast dem Gemeinderat in jüngster Sitzung berichtete, sollen auf der Sanatoriumswiese im nächsten Jahr Blutbären ausgesetzt werden. Dabei handelt es sich um die Raupen eines nachtaktiven Schmetterlings, auch Jakobskrautbär genannt. Die Raupe frisst ausschließlich das Jakobskreuzkraut, in dem Bitterstoffe enthalten sind. Den Raupen schmeckt das bittere Kraut, Vögeln aber nicht die bitteren Raupen.

Ökologisch und kostengünstig

Im Sommer nächsten Jahres sollen zunächst die Blütenstände des Jakobskreuzkrauts kurz vor dem Aussamen abgeschnitten werden. Anschließend will man die Blutbären aussetzen, was der Bund Naturschutz übernehmen wird. Nicht befallene Bereiche werden abgemäht. Im Folgejahr werden die Raupen dann händisch auf vom Jakobskreuzkraut noch oder neu befallene Stellen verteilt. Die Raupen züchtet Andreas Frahm, ein Landwirt aus Neuengörs in Schleswig-Holstein, der seine Felder durch die Blutbären von dem giftigen Kraut befreit hat. Verena Ast rechnet damit, dass man das Problem auf der Sanatoriumswiese durch die Raupen in drei bis vier Jahren im Griff hat. Deren Einsatz sei ökologisch und kostengünstig.

Samen durch Baumaschinen verbreitet?

In der Sitzung des Gemeinderats wurde vermutet, dass die starke Vermehrung des Jakobskreuzkrauts durch den Einsatz von Baumaschinen bei der Errichtung der Flüchtlingsunterkunft am Rand der Sanatoriumswiese befördert wurde. Häufig würden diese Maschinen nicht ausreichend gesäubert und verteilten so Samen von Pflanzen anderer Baustellen. Bürgermeister Rudolph Haux kündigte an, externe Firmen in dieser Hinsicht künftig verstärkt zu überwachen.

Vermutlich habe man sich durch die Baumaschinen auch den Riesen-Bärenklau auf der Sanatoriumswiese eingehandelt, sagte Dietlind Freyer-Zacherl (FBK). Die Pflanze kann bekanntlich bei Kontakt zu schweren Verbrennungen führen. Freyer-Zacherl wünschte sich für die Zukunft, dass südlich der Pentenrieder Straße wieder eine artenreiche, bunte Wiese entsteht.

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