Ein kleiner Pieks ist der erste Schritt zum Lebensretter: Im Martinsrieder Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsdiagnostik nimmt Dr. Kaimo Hirv der Spenderin Sonja Marder für eine Typisierung Blut ab. Foto: rutt

Mitglied in der Datei der Lebensretter

Würmtal - In Martinsried findet eine große Typisierungsaktion für Knochenmarkspender statt.

Leukämie ist heilbar. Dazu sind jedoch passende Stammzellen nötig. Kommende Woche gibt es mit der Aktion „Campus Martinsried gegen Leukämie“ die Möglichkeit, sich als potenzieller Spender typisieren zu lassen.

Alle 45 Minuten bekommt ein Mensch in Deutschland die Diagnose: Leukämie. Wer Stammzellen spendet, kann helfen. Wer dafür infrage kommt, kann über eine Blutprobe bestimmt werden. Die Gautinger Stiftung „Aktion Knochenmarkspende Bayern“ (AKB) hat mit 275 000 potenziellen Stammzellenspendern die drittgrößte Spenderdatei in Deutschland. Und trotzdem ist sie stets auf der Suche nach weiteren freiwilligen Spendern. Jetzt bekommt sie Hilfe von ihrem Labor in Martinsried.

Xenia Arnhold vom Martinsrieder Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsdiagnostik (MVZ) sagt: „Alle Blutproben der AKB werden von uns untersucht.“ Jährlich sind das Tausende. Nun will das MVZ einmal nicht nur untersuchen, sondern auch spenden, und zwar im doppelten Sinne.

Die Mitarbeiter des Labors sind aufgerufen, Blut zu spenden, um sich typisieren zu lassen. Die Kosten für die Typisierung der Mitarbeiter trägt wiederum das Labor. Immerhin kostet jede Blutuntersuchung und Aufnahme in die Datei der AKB 50 Euro. Zusätzlich ruft das MVZ mit der Aktion „Campus Martinsried gegen Leukämie“ benachbarte Firmen dazu auf, es dem Labor gleichzutun. Die Unternehmen sollen ihre Mitarbeiter motivieren, sich am kommenden Dienstag, 14. Juli, im MVZ typisieren zu lassen und bestenfalls auch für deren Typisierung bezahlen.

Auch die Menschen im Würmtal sind aufgerufen, sich zu beteiligen. Wer gesund und zwischen 18 und 45 Jahre alt ist, kann sich mit einer Blutentnahme als potenzieller Spender registrieren lassen. Die Kosten trägt die AKB. Wer sich kommende Woche typisieren lässt, könnte seine Blutstammzellen schon bald einem Patienten aus Bayern spenden. „Es kann aber auch sein, dass die Spende für jemanden aus Russland oder Argentinien ist“, erklärt Cuba. Die AKB ist international vernetzt.

Bevor es zur Spende kommt, werden die potenziellen Spender aber in Gauting untersucht. „So eine aufwändige Untersuchung kriegen sie sonst nie“, sagt Cuba. Schließlich müsse sichergestellt werden, dass der Spender auch wirklich gesund sei. „Das A&O ist dieser Check“, erklärt sie. In Gauting, auf dem Gelände der Asklepiosklinik, werden den Spendern dann auch die Stammzellen entnommen. Ein Kurier holt sie ab und bringt sie zum Patienten.

Über gesundheitliche Folgen durch die Entnahme müsse sich keiner Sorgen machen. Auch ein Missverständnis, das vielen potenziellen Spendern Angst macht, kann an dieser Stelle beseitigt werden: Die Blutstammzellen befinden sich im Knochenmark. Das Rückenmark im Wirbelkanal hat damit nichts zu tun. Grundsätzlich gelte ohnehin: „Die Gesundheit der Spender hat Priorität“, sagt Cuba.

Die Registrierungsaktion findet am Dienstag, 14. Juli, von 8 bis 19 Uhr im Erdgeschoss des MVZ, Lochhamer Straße 29, in Martinsried statt.

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