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Mobilfunk-Konzept: Anwohner protestieren gegen Standort auf TSV-Gelände

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Gräfelfing - Ein erster Standort des Gräfelfinger Mobilfunk-Konzeptes strebt seiner Realisierung entgegen - begleitet von Anwohner-Protesten.

Bereits 2008 war der Standort 10 des Mobilfunk-Konzeptes im Wald nördlich des TSV-Geländes als Vorrangfläche für Mobilfunk im Bebauungsplan festgeschrieben worden. Als dann die Firma O2 einen Bauantrag für diesen Standort stellte, zeigte sich im konkreten Vollzug Anpassungsbedarf: Die erlaubte Masthöhe stieg von 32 auf 40 Meter, die Mindestmontagehöhe für Antennen wurde als Festsetzung gestrichen, ebenso die Beschränkung auf nebenkeulenarme Antennen.

All diese Änderungen monieren nun zehn Anlieger, die sich durch eine Rechtsanwaltskanzlei vertreten lassen. Sie sehen das Ziel einer Verminderung der Strahlenbelastung durch tiefer angebrachte Antennen verfehlt, zugleich rügen sie den höheren Mast, der zu optischer Beeinträchtigung und einer Absenkung der Grundstückswerte in der Nachbarschaft führe.

In ihrer Stellungnahme zu den Einwendungen widerspricht die Gemeinde diesen Darstellungen in allen Punkten und akzeptiert in der Konsequenz keine Änderung des Entwurfs. So sei etwa der Wegfall der Mindestmontagehöhe verschmerzbar, weil allein schon die hohen Bäume eine gewisse Montagehöhe bedingten, da ansonsten die Leistung der Antennen durch den Wald beeinträchtigt würde. Dem 40-Meter-Mast attestiert die Gemeinde eine „optische Restbeeinträchtigung“; er werde jedoch nur im oberen Bereich sichtbar.

Im Gegenzug sei gerade der hohe Mast eine Garantie für die erwünschte Abschwächung der Strahlenbelastung gegenüber den heute installierten Dachstandorten. So widersprach Bürgermeister Christoph Göbel in der jüngsten Bauausschusssitzung auch Hans Furbach (AIG), als dieser die Belastung von TSV- und Schulgelände monierte. Diese nehme gegenüber der heutigen Belastung sogar ab, so Göbel.

Außerdem kritisierten die Einwender erneut, dass Gemeinderat Frank Sommer (Grüne) die Kommune in dieser Sache anwaltlich vertreten habe, und rügten beabsichtigte „Folgegeschäfte“ für Sommer. Die Gemeinde weist dies als „unzutreffende Unterstellungen“ zurück und erinnert an die Gemeindeordnung, die eine solche Vertretung erlaubt. Frank Sommer sei „ordnungsgemäß bestellt“, und es gebe keine Hinweise, dass er „nicht vorbehaltlos für die Interessen der Gemeinde eintreten würde“.

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