Mobilfunk: Planegg wirft Gräfelfing Ignoranz vor

Planegg/Gräfelfing - Das Mobilfunkkonzept der Gemeinde Gräfelfing sorgt in Planegg zunehmend für Verstimmung. Die Gemeinde prüft nun, wie sie gegen die Pläne Gräfelfings vorgehen kann.

Das Konzept der Gemeinde Gräfelfing sieht vor, die Mobilfunkmasten am Ortsrand, möglichst weit von Wohnbebauung entfernt, zu konzentrieren. Zu diesem Zweck stellt Gräfelfing derzeit neben anderen den Bebauungsplan 1c auf, der das Gebiet zwischen Bahnlinie und Wallfahrerweg sowie Freihamer Straße und Geigerstraße umfasst.

Die Festsetzungen zum Thema Mobilfunk waren in Planegg bereits 2007 negativ aufgefallen. Im Zuge der ersten Beteiligungsrunde äußerten die Gemeinderäte ihre Bedenken hinsichtlich der Strahlung in die anliegenden Planegger Gebiete. Mit ihrem Konzept verlagere Gräfelfing den Konflikt lediglich auf das Hoheitsgebiet anderer Kommunen, hieß es im blauen Rathaus.

Der Gräfelfinger Gemeinderat nahm die Äußerungen der Nachbarn zur Kenntnis, Änderungen an den Mobilfunk-Festsetzungen waren jedoch nicht die Folge. Im weiteren Verfahrensverlauf musste der Bebauungsplanentwurf nun erneut ausgelegt werden. Planegg wurde um eine erneute Stellungnahme gebeten. Im Technischen Ausschuss Ende April fand der noch amtierende Bürgermeister Dieter Friedmann deutliche Worte, nachdem klar geworden war, dass Gräfelfing die Planegger Bedenken ignoriert hatte. "Die Belange Planeggs wurden mit keinem Wort berücksichtigt. Die Behauptungen, die Strahlung sei ungefährlich, wurde nicht begründet." Nach Auskunft von Bauamtsleiterin Daniela Schmidt werde im Moment geprüft, welche Maßnahmen die Verwaltung ergreifen könnte, um die Gräfelfinger zu Änderungen zu bewegen.

Um in der noch ausstehenden öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans die Einwände Planeggs wegwägen zu können, bräuchte Gräfelfing laut Schmidt "gute Gründe". Sollte Gräfelfing diese nicht vorbringen können, wäre der Bebauungsplan juristisch anfechtbar.

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