Mobilfunk-Standortkonzept ist beschlossene Sache

Gräfelfing - Das Gräfelfinger Mobilfunk-Standortkonzept ist beschlossen. Der Gemeinderat billigte das in einem Werdegang von zehn Jahren erarbeitete Konstrukt mit 22:3 Stimmen.

Die AIG-Gemeinderäte Hans Furbach und Ralf Brandtner führten in der Sitzung am Dienstag einen Schlagabtausch unter der Gürtellinie. Furbach warf Frank Sommer (Grüne), der die Gemeinde auch anwaltlich vertritt, vor, aus wirtschaftlichen Interessen zu handeln. „Wieviel Geld haben uns die beiden schon gekostet“, fragte der AIG-Chef bezogen auf Sommer und Gutachter Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut München. Er habe erfahren, dass die Betreuung pro Mobilfunk-Standort „zwischen 10 000 und 20 000 Euro“ koste. Diese Aussage empörte eine Reihe von Ratskollegen, allen voran Frank Sommer selbst. „Diese Information ist völlig falsch“, konterte Sommer. Er fühle sich von den unhaltbaren Angriffen „geschädigt“. Sommer: „Entweder Sie legen Fakten auf den Tisch, oder Sie lassen das.“

Bürgermeister Christoph Göbel nannte es „absolut verwerflich und an der Grenze des rechtlich Zulässigen“, Ratskollegen zu unterstellen, sie hätten ihre Meinung aus wirtschaftlichen Interessen eingenommen. Und Thomas Heidenreich (CSU) forderte: „Wenn jemand ein besseres Konzept hat, soll er es auf den Tisch legen und nicht mehr an unserem herumnörgeln.“

In der Sache hatte Ralf Brandtner gesagt, die Mobilfunkversorgung könne auch ausschließlich von Außenstandorten sichergestellt werden. Die AIG forderte weitere Gutachten dazu. Zudem monierte er, es gebe keine vertraglichen Verpflichtungen der Mobilfunkbetreiber zur Einhaltung der gewünschten Grenzwerte und dem Abbau der bestehenden Dachstandorte in den Wohngebieten.

Sprecher der anderen Fraktionen hielten Plädoyers für das Konzept. Jürgen Lüsch (CSU) sagte, es gebe „der Gesundheit der Bevölkerung Vorrang vor Partikularinteressen“ und sei das deutschlandweit bestgeprüfte Konzept seiner Art. Zudem stelle es die einzige Chance der Kommune dar, regulierend in den Antennen-Wildwuchs in Wohngebieten einzugreifen.

Auch der Bürgermeister betonte einmal mehr, dass die Alternative dazu sei, „dass in kürzester Zeit Standorte in den Wohngebieten aus dem Boden sprießen“ – nicht zuletzt am Neunerberg, der als erster realisiert werde, da es eine Versorgungslücke westlich der Bahn gebe. Auch Sprecher von IGG und BVGL stützten das Konzept einhellig.

Walter Frank (CSU) warf der SPD, an diesem Abend vertreten durch Manfred Dirndorfer, vor, „nach einem Brief aus Planegg gleich umzufallen“. Dirndorfer erwiderte, der Standort Neunerberg berühre nun mal auch Belange der Nachbargemeinde.

Neben dem Konzept beschloss der Gemeinderat auf Antrag des Bürgervereins, das Umweltinstitut München solle mit Messungen dauerhaft überprüfen, dass die Mobilfunkbetreiber sich an die Vorgaben hielten.

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