München fordert Nachverdichtung

Würmtal - Bürgermeister und Landräte aus dem Münchner Umland diskutieren am Mittwoch mit Oberbürgermeister Dieter Reiter über Wohnungsnot.

Hunderte Bürgermeister, Landräte und Verbandsvertreter aus dem Ballungsraum München folgen heute einer Einladung des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter, um über das Thema Wohnraum zu sprechen. Auch Landrat Christoph Göbel und die Würmtaler Bürgermeister nehmen an der Konferenz im Münchner Rathaus teil, lediglich Planeggs Bürgermeister Heinrich Hofmann ist anderweitig beschäftigt.

Oberbürgermeister Reiter versucht auffallend, über seine Stadtgrenzen hinaus die Fäden zu spannen. Als Vorsitzender der Europäischen Metropolregion München wirbt er für eine engere Zusammenarbeit von München und Umland: Etliche wichtige Themen müssten von der Landeshauptstadt, den umliegenden Landkreisen, Städten und Gemeinden gemeinsam behandelt werden, vom Wohnen bis zur Infrastruktur.

Angesichts immer stärkerer Wohnungsnot, steigender Immobilienpreise und erwarteter weiterer Zuwanderung steht die Konferenz im Zeichen der Suche nach bezahlbarem Wohnraum. Dabei hat Reiter klare Vorstellungen: Auf den Geschosswohnungsbau könnten auch etliche Gemeinden des Umlands nicht mehr verzichten, sagt er zum Beispiel. Auch Starnbergs Landrat Karl Roth hat dazu eine klare Meinung: „Wohnraum bedingt gleichzeitig Verkehr.“ Er hält regelmäßige öffentliche Nahverkehrsverbindungen zwischen den S-Bahn-Endpunkten für wünschenswert - also auf Höhe von Tutzing, Herrsching, Wolfratshausen, Erding und Holzkirchen quasi im Kreis um München herum. Kraillings Bürgermeisterin Christine Borst, die auch an der heutigen Konferenz teilnimmt, pflichtet Roth bei, dass Wohnungsbau immer mit entsprechenden Infrastrukturmaßnahmen einhergehen müsse.

Zu Reiters Plädoyer für Geschosswohnungen verweist Roth beispielhaft auf Bauten des für den sozialen Wohnungsbau zuständigen Verbands Wohnen im Landkreis Starnberg. Dessen Vorsitzende ist Christine Borst. Ansonsten meint der Starnberger Landrat, günstiger Wohnraum werde angesichts der hohen Grundpreise am leichtesten über Eigentumswohnungen zu beschaffen sein.

Mit einer Portion gesunder Skepsis fährt Gräfelfings Bürgermeisterin Uta Wüst heute nach München. „München hat planerisch zu wenig auf Durchmischung von Gewerbe und Wohnen geachtet“, sagt Uta Wüst. Bevor die Landeshauptstadt im Umland Geschosswohnungsbau fordere, könne sie auch auf eigenem Gebiet noch Stellschrauben für mehr Wohnraum justieren, etwa bei der Erleichterung von Dachgeschossausbau und Änderungen beim Stellplatzschlüssel. Allgemein sei es jedoch zu begrüßen, wenn Stadt und Umland im Gespräch blieben.

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