Mitarbeiter aus aller Welt feierten im Kraillinger Altenheim gemeinsam ein multikulturelles Sommerfest. Unser Foto zeigt (sitzend v.li.) Feruza Mamadalieva (Usbekistan), Ajdin Idrizi ( Bosnien), Danuta Ertl (Polen), Kai Hasselmann ( Deutschland), Martina Alcantara (Spanien), Nannan Liu (China), Günay Yildirim (Türkei), Suoc-Quang Hock (Kambodscha), Giuseppa Geiselhart (Italien), (stehend v.li.) Michane Bajraktaraj ( Kosovo), Milena Kruskonja (Serbien), Helen Dieterle (Indien), Aleksandra Mojicevic ( Serbien), Sopio Kremm (Georgien) und Antonela Meljanac ( Kroatien). Foto: Dagmar Rutt

Multikulti im Altenheim

Krailling - Der Pflegenotstand ist immer deutlicher zu spüren. Die Caritas weiß sich zu helfen. Im Kraillinger Altenheim gibt es Mitarbeiter aus 22 Nationen.

Bewohner und Gäste sind begeistert. Das Kraillinger Caritas-Altenheim Maria Eich hat ein „Multikulturelles Sommerfest“ gefeiert. Das Personal im Altenheim ist international. „Wir haben hier 22 verschiedene Nationalitäten“, sagt Karin Stauber. Sie hat das Fest im Altenheim organisiert. 18 Mitarbeiter durften ihr Land vorstellen. Unter den rund 130 Mitarbeitern in Maria Eich sind beispielsweise Kroaten, Georgier, Inder, Chinesen, Bosnier und Polen. In der Küche arbeiten Spanier und Thailänder. Das Miteinander funktioniere gut. „Wir haben schon auch deutsche Mitarbeiter“, sagt Stauber. Das sind allerdings nicht sehr viele, im Altenheim sind weit mehr ausländische als deutsche Kräfte beschäftigt.

„Ohne Mitarbeiter aus dem Ausland wäre die Pflege nicht machbar“, erklärt Stauber. Es herrsche Pflegenotstand, und der sei zunehmend spürbar. Für die Sprecherin der Caritas in der Erzdiözese München-Freising, Adelheid Utters-Adam, ist das Problem nicht neu, es werde aber schlimmer. Die öffentliche Anerkennung des Berufes sei schlecht. „Die Bezahlung eines Altenpflegers ist grundsätzlich nicht schlecht, aber wir haben im Großraum München einen Standortnachteil, weil das Leben hier teuer ist“. Die Folge: Es kommen zu wenig junge Leute nach.

Anfang der 90er Jahre habe es bereits diesen Notstand gegeben. „Diese Lücke haben damals viele Flüchtlinge aus dem Balkan gefüllt“, so Utters-Adam. Die seien immer noch da. Zudem habe die Caritas in den vergangenen Jahren mehrere Anwerbeaktionen für Personal im Ausland durchgeführt. „Wir gehen nur in Länder, in denen Pflegekräfte arbeitslos sind“, betont Utters-Adam. Erfolgreich habe die Caritas in Bosnien-Herzegowina Personal akquiriert.

„Wir würden in Polen nicht um Arbeitskräfte werben, weil dort inzwischen selbst ein Pflegenotstand herrscht“, stellt die Caritas-Sprecherin klar. Zuletzt seien sie auf den Philippiner aktiv gewesen. Dort seien mehr als 100 000 Pflegekräfte arbeitslos. „Die bilden mehr aus, als sie selber beschäftigen und bezahlen wollen“, sagt Utters-Adam.

Die Philippinen hätten dort einen Sprachkurs bekommen, die ersten kämen im Herbst nach Deutschland, arbeiteten ein Jahr lang als Pflegehelfer, besuchten derweil einen weiteren Deutschkurs. Wer nach einem Jahr das Sprachlevel B2 erreicht habe, könne sich die Ausbildung bei der Regierung von Oberbayern anerkennen lassen, als Pflegefachkraft arbeiten und eine unbefristete Arbeitserlaubnis bekommen. Wer keine ausreichenden Sprachkenntnisse vorweisen kann, darf nicht bleiben. „Aufgrund der Anwerbeaktionen haben wir auch Initiativbewerbungen bekommen“, erklärt Utters-Adam. Nur auf ausländische Pfleger will sich die Caritas nicht verlassen. Sie bildet an ihren beiden Altenpflegeschulen auch selbst aus. „Wir versuchen die Absolventen zu halten, das gelingt uns relativ gut, aber der Bedarf ist groß.“ Der demographische Wandel macht sich bemerkbar.

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