Musikalisch den Sommer zurückgeholt

- Vorspiel der Sutil-Violinklasse

VON ARNO PREISER Gräfelfing - Dem Winterwetter stellte Katharina Müller beim Vorspiel der Violinklasse von Jorge Sutil den "Sommer" aus Vivaldis "Jahreszeiten" gegenüber. Die Besucher im Bürgerhaus Gräfelfing jedenfalls nahmen diesen Wetterumschwung und andere Darbietungen der Schüler gerne an.

Später muszierte Cora Jordache schön gemächlich das Adagio aus Vivaldis Sonate d-Moll. Als lebhaften Kontrast wählte sie die "Rhythmische Etüde" von Bohuslav Martninu. Die "Jazz-Etüde" stellte Johanna Schepp vor. Das "Allegro" von Dvoráks Sonatine geriet Damaris Gräupner als ebenfalls charakteristisch böhmisches Stück. Ein spanischer Malaguena-Tanz von Pablo de Sarasate, den Franziska Willkesmann vortrug, rundete den Programmteil ab.

An Eröffnungssätze aus Sonaten von Ludwig van Beethoven wagten sich Georg Pfirsch, der mit Schwung das "Allegro con spirito" aus Opus 12/3 Es-Dur spielte, und Antonia Regnier, die mit rhythmischem Drive das "Allegro con brio" aus Opus 12/1 D-Dur musizierte. Nun durchforstete sie auch noch die Tarantella aus der "Suite italienne", bei der Strawinsky 1925 auf Pergolesi zurückgriff.

Dagegen ist die "Scherzo-Tarantelle", die Henri Wieniawski 1856 herausbrachte, ein Virtuosenstück, das Jonathan Gräupner so gut einstudiert hatte wie Dominik Höchter die wegen ihrer volkstümlichen Melodik beliebte "Carmen-Fantasie" von Frantisek Drdla. Den wichtigen Part des begleitenden Klaviers versah Liane Christian mit Einfühlungsvermögen für die Melodik und Genauigkeit bei der Rhythmik.

Julia Kuhn (Violine) wiederum bildete mit Benedikt Strauß (Klavier) ein Duo. Beim Presto von Beethovens Opus 23 a-Moll gefiel sie in der Exposition mit seinen beiden Themen, eines im Jambenrhythmus, wie dann in deren Durchführung, ein Modulieren in verschiedenen Tonarten, und der Coda. Beim Lago von Charles Ives zeigte sich das Duo der diffizilen, weit in die Moderne vorausweisenden Harmonik ebenfalls gewachsen.

Werke von Mozart und Schubert

Bei einer Auslese aus Werken von Mozart ließ Sarah Christian aufhorchen, als sie das Eingangsallegro des bekannten Violinkonzerts D-Dur mitsamt der Kadenz, nun also ohne Begleitung, vortrug. Martin Emmerich versuchte den Eingangssatz der Sonate B-Dur KV 378 mit Erfolg als "singendes Allegro" darzustellen. Er wechselte zur "Ronde de lutins" (1853) des Paganini-Nachfolgers Antonio Bazzini, ein Lehrer Puccinis, und schilderte das Treiben der Kobolde als wepsig. Mit dem Eingangsallegro der Arpeggione-Sonate von Franz Schubert bestand Teresa Schwamm (Bratsche) eine schwere Prüfung.

Den Schluss des Konzerts machte der 20-jährige Geiger Andreas Janke als Solist zum Höhepunkt. Er gewann Wettbewerbe in Weimar, Freiburg, Schloss Schönthal (Württemberg) und beim Prager Frühling. Mit Belcanto-Ton durchmaß er die 4. Sonate von Eugène Ysaye: die Allemande, Sarabande und das Finale in Art eines wienerischen Capriccios. Da das Werk Fritz Kreisler gewidmet ist, war dessen ausgedehntes "Scherzo Caprice" ebenfalls willkommen.

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