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Die Musikschule Neuried ist in Geldnot. Auch für Spendeneinnahmen muss sie kräftig trommeln.

Weitere Kürzungen drohen

Musikschule Neuried braucht Geld

Im März schienen Gehälter für Musiklehrer gefährdet, jetzt redet die Gemeinde über Kürzungen. Darum wird Musikunterricht in Neuried teurer.

Die Musikschule Neuried muss ihre Gebühren erhöhen. Bereits bei den Haushaltsberatungen im Februar hatte man die missliche finanzielle Situation dem Gemeinderat vorgestellt. Man hatte Angst, bereits im März die Gehälter der Lehrkräfte nicht mehr zahlen zu können. Daraufhin bewilligte das Gremium einen Zuschuss von 210 000 Euro.

„Das Geld von der Gemeinde reicht nicht, um die Liquidität aufrecht zu erhalten“, erklärt Musikschulleiter Christoph Peters den jetzigen Gebührenaufschlag. Dieser sei eine Maßnahme, die Einnahmen zu verbessern. Weitere Einnahmequellen der Musikschule seien Spenden sowie die finanzielle Förderung durch den Staat.

Im Unterschied zu den meisten Musikschulen finanziert sich die Musikschule in Neuried über einen eigens gegründeten, selbstständigen Verein zu mehr als 70 Prozent selber. Rund ein Drittel der Musikschulen in Bayern sei auf einem eigenen Trägerverein aufgebaut, sagt Peters. „Wir hoffen, dass wir das fortsetzen können, sind dabei aber abhängig von den Zuschüssen“. Erst kürzlich diskutierte der Gemeinderat eine Kürzung der freiwilligen Leistungen, sprich der Geldspritzen für Vereine. Noch sei deswegen niemand auf ihn zugekommen, so Peters. „Wir sind offen für Gespräche.“

Die Gebührenerhöhung, die ab dem neuen Spieljahr im September greift, soll nun unmittelbare Liquidität sichern. Um acht Prozent hob die Musikschule ihre Sätze an. Für beispielsweise den 50-minütigen Einzelunterricht eines Neurieder Schülers heißt das, dass monatlich 8,70 Euro mehr anfallen; bisher kostete der Unterricht monatlich 108,10 Euro, nach der Erhöhung im September 116,80 Euro. Auf das Jahr hochgerechnet fallen Mehrkosten von 104,40 Euro an. „Wir haben natürlich von einigen die Rückmeldung bekommen, dass die Erhöhung weh tut. Die meisten wissen aber, was sie an uns haben“, befindet der Schulleiter. Wie sich die Mitgliederzahlen entwickeln werden, mag er nicht vorauszusagen. Da müsse man bis zum Herbst abwarten. Peters bleibt zuversichtlich: „Wie man weiß: Bildung kostet, aber sie zahlt sich aus.“

Derzeit freut sich der Schulleiter auf die Eröffnung der neuen Mehrzweckhalle am 22. Juli und das dort am Vorabend stattfindende Ensemble-Konzert. „Wir sind froh, dass uns die Gemeinde im Vorfeld in die Planungen einbezogen hat.“ Der Schritt von der kleinen Schul-Aula auf die Bühne in der Halle sei wichtig.

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