Rektor Manfred Jahreis „Zeit dafür gibt es auf jeden Fall.“

„Da muss der Unterrichtsstoff zurücktreten“

Würmtal - Die Schulen im Würmtal bemühen sich, auf aktuelle Ereignisse wie die Terroranschläge in Paris einzugehen.

Diesen Freitag ist deutsch-französischer Tag am Otto-von-Taube-Gymnasium Gauting. Eine weitere Gelegenheit, um mit den Schülern über die Terroranschläge in Paris zu sprechen - unter Umständen. Die Schulen im Würmtal sind nämlich, wie eine Umfrage zeigt, durchaus bereit, im Unterricht auf aktuelle politische Ereignisse einzugehen.

„Wir wollen unsere Schüler auf das Leben vorbereiten, in das sie hineinwachsen“, sagt Schulleiterin Sylke Wischnevsky. Entsprechend sei es selbstverständlich, Themen im Unterricht zu behandeln, die die Schüler beschäftigen. In der Oberstufe ohnehin. Aber auch in den unteren Klassen.

Die Kollegen zwischen Gauting und Gräfelfing denken ähnlich. Im Feodor-Lynen-Gymnasium in Planegg sei die Ermordung der Karikaturisten, die für das Wochenmagazin Charlie Hebdo gearbeitet haben, schon Thema im Religions- und Ethik-Unterricht gewesen, berichtet Schulleiterin Brigitte Schmid-Breining. In Gräfelfing am Kurt-Huber-Gymnasium hat Französischlehrerin Ursula Glogger mit ihrer siebten Klasse und mit der Oberstufe über den Terroranschlag gesprochen. Wobei die jüngeren Schüler fast interessierter gewesen sind als die älteren. Auch in der Würmtal-Realschule in Gauting wird laut Schulleiter Manfred Jahreis regelmäßig auf aktuelle politische Vorkommnisse eingegangen, jede Klasse hat dort einmal die Woche eine flexible Stunde, deren Thema die Schüler selbst bestimmen dürfen. „Zeit dafür gibt es also auf jeden Fall.“

In der Mittelschule Lochham ist Rektorin Monika Weikert grundsätzlich um eine Atmosphäre bemüht, in der Kinder sich trauen, jederzeit Fragen zu stellen. „Da muss dann der Unterrichtsstoff eben zurücktreten.“ Eigens angewiesen, auf die Ereignisse von Paris zwischen Pult und Tafel einzugehen, hat sie ihre Kollegen aber nicht.

Auch Sylke Wischnevsky findet es überflüssig, ihre Lehrer eigens zu ermuntern, den Terror zum Thema zu machen. „Ich vertraue darauf, dass das ohnehin passiert.“ Am Otto-von-Taube-Gymnasium sei so etwas „absolut selbstverständlich“, man lade gern zu politischen Vorträgen (zuletzt Thema: Islamismus, Salafismus) und halte engen Kontakt zur Evangelischen Akademie in Tutzing. Interessant sei doch schon die Frage, ob die Kinder wissen, dass Hebdo die Abkürzung ist für Hebdomadaire, also für eine Wochenzeitung. Derartige Zusatzstunden gehörten allerdings durchaus vorbereitet, die „brauchen eine Basis und Substanz“. Inwieweit wünschen auch Eltern sich politische Diskussionen in der Schule? „Unser Elternbeirat“, sagt Sylke Wischnevsky, „macht immer wieder Vorschläge, manchmal sind es auch Eltern, die bei uns Vorträge halten. Da saugen wir auch Honig.“

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