Nur im Harvester trauen sich derzeit die Holzarbeiter in den Wald – wie hier bei Oberbrunn. Viele vom Orkan beschädigte Bäume stehen noch unter Spannung, so dass dicke Äste herunterfallen können. foto: Schuhbauer-von Jena

Nach Orkan Niklas: Angst vor Borkenkäfer

Würmtal - Seit Orkan Niklas gewütet hat, wird in den Wäldern im Würmtal fieberhaft aufgeräumt. Was jedoch Sorge bereitet: Der Borkenkäfer schwärmt bald aus.

„Es sieht wüst aus“, sagt Philipp von Hirsch. Seiner Familie gehören viele Hektar Wald im Würmtal. Und Orkan Niklas hat dort ordentlich gewütet. Die schlimmsten Schäden macht der Waldbesitzer zwischen Planegg und Germering aus. Zahlen hat er noch keine. Erst muss das Chaos beseitigt werden. „Wir sind gerade mit dem Sichern und Freischneiden der Wege beschäftigt“, erklärt von Hirsch. Für die eigentlichen Aufräumarbeiten hat er drei Monate veranschlagt.

Natürlich ärgert ihn vor allem der finanzielle Schaden. Nach seiner Meinung wird der Holzpreis in nächster Zeit sinken. Hinzu kommt dann auch noch die Angst vor dem Borkenkäfer. „Das hängt natürlich davon ab, wie der Sommer wird - feucht oder trocken.“ Bei gleichbleibend warmen Temperaturen sind die Tierchen in ihrem Element. Frisch geschlagenes, noch saftiges Holz kommt ihnen da gerade recht, ein Eldorado für sie sozusagen. Daher ist Eile geboten mit dem Aufarbeiten, Verkaufen und vor allem Abtransportieren des Holzes. Hektik auch im Gautinger Forstrevier. Florian Mergler von der Waldbesitzervereinigung Starnberg ist hier zuständig. Mit zwei bis drei Wochen rechnet er für die Aufarbeitung. Dann fängt der Borkenkäfer auch schon das Schwärmen an. „Wenn dann nicht alles aufgeräumt ist, könnte es zu einer Massenvermehrung kommen“, sagt der Förster.

Einen Überblick über die derzeitigen Schäden hat er noch nicht. „Man kommt ja noch nicht mal richtig rein ins Gehölz“, erklärt er. Das Würmtal habe es allgemein schlimm erwischt. Daher warnt Mergler auch davor, dass Spaziergänger durch den Wald laufen und damit ihr Leben riskieren. „Die Bäume sind immer noch stark unter Spannung, und es könnten dicke Äste herabfallen“, versichert er. Sogar bei den Holzarbeiten sei Vorsicht geboten, derzeit sind nur Harvester im Einsatz. Der Grund: „Der Fahrer sitzt sicher in der Kabine.“

Motorengeräusche sind auch vielerorts aus dem Kreuzlinger Forst zu hören. Hier hat es 15 000 Festmeter umgehauen, so der Betriebsleiter vom Staatsforst, Wilhelm Seerieder. Die Holzpreise machen ihm keine Angst. Jährlich werden ohnehin 166 700 Festmeter geschlagen. Entsprechende Kaufverträge laufen andauernd. So wird eben jetzt das Schadholz an die Sägewerke verkauft und kein neues Holz geschlagen.

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