Harald Zipfel will Bürgermeister von Neuried werden. Foto: FKN

Nach zwölf Jahren ein Wechsel?

Neuried - Neurieds Bürgermeisterin Ilse Weiß (CSU) hat ihren ersten Herausforderer. Die SPD hat den Umweltingenieur Harald Zipfel einstimmig als Kandidaten für die Kommunalwahl 2014 benannt.

Die SPD will mit einem neuen Gesicht den politischen Wechsel im Neurieder Rathaus herbeiführen. Bei der Ortsvereins-Versammlung am Donnerstag nominierten die Mitglieder einstimmig Harald Zipfel als Bürgermeister-Kandidaten. „Neuried braucht dringend einen kompetenten, strategisch denkenden Bürgermeister“, so die SPD-Ortsvorsitzende Mechthild von der Mülbe. „Er ist ein starker Kandidat.“

Auf politischer Ebene ist Zipfel bislang allerdings nicht groß in Erscheinung getreten. Im Würmtal hat er sich vor allem durch Bürger-Solaranlagen einen Namen gemacht. Der 52-jährige selbstständige Umweltingenieur ist Geschäftsführer der am Würmtaler Energiepark beteiligten Gesellschaften, die auf Schulen und gemeindlichen Gebäuden inzwischen zehn Fotovoltaikanlagen in Betrieb haben. Von 2001 bis 2006 war er im Umweltamt des Pullacher Rathauses tätig und mit dem Geothermieprojekt der Gemeinde befasst. Zipfel, der seit 20 Jahren in Neuried lebt, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Der SPD-Ortsvorstand hatte ihm eine Kandidatur angetragen, nachdem die Gemeinderäte der Sozialdemokraten - zumeist aus beruflichen Gründen - hierfür nicht zur Verfügung standen. Er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, so der 52-Jährige, und erst um Bedenkzeit gebeten. „Ausschlaggebend war letztlich, dass mich diese aussichtsreiche Chance, Neuried voranzubringen und hier vor Ort Zukunft aktiv mitzugestalten, doch sehr reizt.“

Einen Programmschwerpunkt will Zipfel auf die Ortsmitteplanung legen. „Sie liegt darnieder, in der Gautinger Straße passiert nichts.“ Auf Vorschlag der SPD seien zumindest 200 000 Euro für den Straßenrückbau in den Haushalt eingestellt worden. Nachholbedarf sieht er auch auf energiepolitischem Sektor. Beim Sportpark habe man es versäumt, statt Gas andere innovative Energieträger einzubeziehen. Über deren Einsatz müsse jetzt beim Bau der neuen Mehrzweckhalle intensiv diskutiert werden. Kritik übt Zipfel daran, dass die Gemeinde nicht dem Regionalwerk Würmtal beigetreten ist.

Zipfel ist seit 38 Jahren SPD-Mitglied - und wohl deshalb nicht bei den Grünen, die „damals noch ein kleines, spinnertes Volk waren“, wie er es formuliert. 1985 trat er in einen Ortsverein seiner Geburtsstadt Kassel ein. „Auch weil meine Eltern als Arbeiter SPD-behaftet waren.“

Seine Chancen gegen Amtsinhaberin Ilse Weiß schätzt der politische Newcomer angesichts der jüngsten Querelen bei der CSU (wir berichteten) als gut ein. Bei anderen Ratsfraktionen will er eventuell Verbündete suchen, die seine Kandidatur unterstützen. Zipfel: „Böse Zungen sagen ja, dass es in Neuried alle zwölf Jahre einen Wechsel gibt.“ Zumindest bei Ladislaus Wolowicz (CSU, 1978-90) und Otto Götz (SPD, 1990-2002) war es so.

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