Trotz nachdenklicher Worte war die Stimmung beim Empfang fröhlich: Pfarrer Walter Ziermann, Bürgermeister Christoph Göbel, Pfarrgemeinderatsvorsitzender Thomas Heidenreich und Pfarrer Anton Schönauer (v.li.) stoßen auf 2013 an. f: js

Nachdenkliche Worte beim Neujahrsempfang

Gräfelfing - Beim Neujahrsempfang in St.Stefan in Gräfelfing nahm Redner Thomas Heidenreich kein Blatt vor den Mund und plädiert dafür, gute Vorsätze einzuhalten.

Die positive Nachricht kam zuerst. „Ich freue mich“, sagte Thomas Heidenreich beim Neujahrsempfang in St. Stefan, „dass die Erde noch existiert und nicht am 21. Dezember unterging.“ Ganz so ernst hatte es der Gräfelfinger Pfarrgemeinderatsvorsitzende dann doch nicht gemeint. Nach humorigem Augenzwinkern bei den Begrüßungsworten nahm der Redner dann bei seiner kleinen Standpauke kein Blatt vor den Mund. Beides kam gut an bei den über hundert Festgästen im Pfarrsaal.

Eingeladen hatten Pfarrgemeinderat, Kirchenverwaltung und die Seelsorger mit Monsignore Anton Schönauer an der Spitze. Zum Umtrunk fanden sich neben dem 1. Bürgermeister und Stellvertretenden Landrat Christoph Göbel Vertreter von Kirche, Nachbarschaftshilfe, Gemeinderat, TSV, Vereinen, Feuerwehr und Maltesern zusammen. Pfarrer Walter Ziermann von der evangelischen Friedenskirche mischte sich ebenso unter die Gäste wie Gräfelfings dritte Bürgermeisterin Heidi Plank-Schwab, Gemeinde- und Kreisrat Florian Ernstberger, Prälat Erich Pfanzelt oder Altbürgermeister Eberhard Reichert.

Den vielbelachten Brauch, für das neue Jahr gute Vorsätze zu fassen, nahm Heidenreich einmal wohltuend ernst. „Muss immer erst etwas Schlimmes passieren, damit man nachdenkt“, gab er zu bedenken. „Soll man sich raushalten, weil man doch nichts ändert?“ Durch Vorsätze in kleinen Schritten etwas erreichen zu wollen, sei ein sinnvoller Weg. Sich übers Jahr hindurch immer wieder zu fragen, wie es mit der Verwirklichung der eigenen Vorsätze nun stehe, ebenfalls.

Im Publikum sah man nachdenkliche Gesichter, als Heidenreich Sensationslust und Gedankenlosigkeit in der Gesellschaft anprangerte oder auf die für viele beängstigende Wirtschaftskrise zu sprechen kam. „Leid, Schmerz und Ohnmacht stimmen traurig“, so der Redner. Auf der anderen Seite könnten schon kleine Gesten zu Hilfeleistungen beitragen.

Mit dem Hinweis auf einige Highlights im Gemeindejahr konnte er aber schnell den Eindruck zerstreuen, St. Stefan sei keine fröhliche Gemeinde. So wird es nach einem Jahr Abstinenz wieder ein Pfarrfest geben. Und mit besonderer Erwartung sehen nicht nur die katholischen, sondern auch die evangelischen Seelsorger in Gräfelfing der ersten ökumenischen Nacht der offenen Kirchen am 15. Juni entgegen, die anlässlich der 1250-Jahrfeier der Gemeinde stattfinden soll.

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