Neues Blockheizkraftwerk

1,3 Millionen Euro für 50 Prozent CO2-Ersparnis

Planegg will über eine Million Euro in ein Nahwärmenetz investieren - aus Umwelt- und Wirtschaftsgründen. Auch die Geothermie spielt eine Rolle.

Planegg – Die gemeindlichen Liegenschaften an der Pasinger Straße in Planegg werden in Zukunft von einem zentralen Blockheizkraftwerk in der Grundschule mit Energie versorgt. Für das Nahwärmenetz will die Gemeinde im kommenden Jahr 1,3 Millionen Euro ausgeben. Die Investition spare rund 50 Prozent CO2 ein und sei zudem wirtschaftlich, sagen die mit der Planung beauftragten Experten. Der Ausschuss für Umwelt, Bauleitplanung und Verkehr brachte das Projekt jetzt auf den Weg.

Die Verwaltung wollte dem Ausschuss das Projekt noch vor der Sommerpause zur Entscheidung vorlegen. Zwei wichtige Bauvorhaben machten einen weiteren Aufschub unmöglich, hieß es. Zum einen steht die Sanierung der Grundschule an, zum anderen entstehen neue Wohnungen an der Josef-Beyerl-Straße. Für beide Gebäude muss jetzt festgelegt werden, wie sie künftig beheizt werden.

Die demnächst ohnehin anstehende Erneuerung von Heizungsanlagen in anderen kommunalen Gebäuden nahm man zum Anlass, über eine große Lösung nachzudenken. In der Verwaltung entstand die Idee, diese Liegenschaften künftig von einer zentralen Anlage aus zu versorgen. Die Verwaltung ließ vom Ingenieurbüro Gammel aus Abensberg mehrere Varianten erarbeiten, die nun im Ausschuss vorgestellt wurden. Mehrere Gemeinderäte kritisierten zwar den Zeitdruck, unter dem sie über ein so komplexes Vorhaben mit derart hohen Investitionskosten entscheiden sollten. Nach eingehender Diskussion entschied sich das Gremium aber mehrheitlich für die sogenannte „große Variante“ mit einem gasbetriebenen Blockheizkraftwerk in der Schule.

Die Anlage soll über ein Leitungsnetz Wärme an umliegende Gebäude liefern. Der bei der Wärmeerzeugung gewonnene Strom soll die Grundschule versorgen, die überschüssige elektrische Energie ins Stromnetz eingespeist werden. An das Nahwärmenetz angeschlossen werden neben den geplanten Seniorenwohnungen in der Josef-Beyerl-Straße auch Rathaus, Bücherei, Musikschule, Polizei und der Kinderhort in der Hauer-Villa, deren Heizkessel allesamt mindestens 20 Jahre alt sind.

Zunächst nicht mit angeschlossen werden das erst wenige Jahre alte Kinderzentrum und das Archiv , das über eine relativ neue Pelletheizung verfügt. Ein Anschluss der Feuerwehr ist bereits eingeplant. Doch in der kurzen Vorlaufzeit ließ sich nicht prüfen, wie kompliziert eine Leitungsführung unter der Germeringer Straße hindurch wäre.

Die jährliche Betriebskostenersparnis gegenüber herkömmlichen Heizkesseln soll für alle Gebäude bei insgesamt 16 000 Euro liegen. Den Ausschuss beschäftigte neben den Kosten aber vor allem ein möglicher Anschluss an ein aus Geothermie gespeistes Fernwärmenetz. Werner Strobl (Grüne Gruppe 21) forderte ein Konzept, das sich „an die Geothermie, wenn sie kommt, gleich anflanschen“ ließe. Auch Peter Heizer (FWD) sagte, Kompatibilität zur Geothermie sei wichtig.

Hans-Christian Haugg (FDP) plädierte für eine „Lösung aus einem Guss“, für die man abwarten solle, ob ein Geothermieprojekt in der Umgebung komme oder nicht. Haugg stimmte mit Ralf Taztel (SPD-Fraktion) und Giovanni Sammataro (CSU) gegen das Nahwärmenetz. Laut den Planern soll eine Integration des Nahwärmenetzes in ein Fernwärmenetz unkompliziert möglich sein.

Stefan Reich

Rubriklistenbild: © Symbolbild: Jürgen Sauer

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