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Das Waldstück zwischen Altenheim (vorne) und TV-Turnhalle (hinter den Bäumen) soll Wohnbebauung weichen.

Erhalt des Waldes am Kraillinger Altenheim

„Natur-Retter“ machen mobil

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  • Michael Grözinger
    Michael Grözinger
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Gegen die Abholzung von Waldflächen im Umfeld des Kraillinger Caritas-Altenheims Maria Eich formiert sich weiter Widerstand. Unter dem Namen „Rettet die Kraillinger Natur“ hat sich jetzt eine Interessengemeinschaft gebildet.

Krailling– „Soll der schöne Wald um das Altenheim Maria Eich wirklich Bauland werden?“ Mit dieser Frage ist ein Flugblatt überschrieben, das die IG „Rettet die Kraillinger Natur“ derzeit publiziert und worin sie zur Teilnahme an der Bürgerversammlung am kommenden Mittwoch, 22. März (20 Uhr, Schulturnhalle), aufruft. Die neu gegründete Interessengemeinschaft wendet sich unter anderem gegen „Ausbau und Verstärkung bereits jetzt völlig überlasteter Verkehrsbrennpunkte“, etwa der Pentenrieder Straße, und gegen „vermeidbare Einschränkungen bei Sport und Naherholung“. Vorrangiges Ziel ist aber offenbar die Verhinderung von Bauvorhaben im Bereich des Altenheims.

Wie berichtet, plant die Caritas in Zusammenarbeit mit der Schober-Stiftung, auf einem 5000 Quadratmeter großen Grundstück an der Rudolf-von-Hirsch-Straße eine Anlage für Betreutes Wohnen zu errichten. Den Bereich zwischen Altenheim und der Turnhalle des TV Planegg-Krailling will sich die Gemeinde für die Schaffung von günstigem Wohnraum offenhalten. Eine entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans hat der Bauausschuss im Februar abgesegnet.

Im Rahmen der Auslegung hatten sich damals 239 Bürger auf Unterschriftenlisten gegen die Abholzung von Bannwald in Richtung Drosselweg und dem sogenannten Klein-Hollywood ausgesprochen. „Nein! zur unnötigen und vermeidbaren Zerstörung von Bannwald sowie der Ausrottung bedrohter Tiere“ heißt es auch auf dem Flugblatt. Wohl auch in Anspielung auf die in Maria Eich entdeckten seltenen Käferarten. Als Vertreter der IG „Rettet die Kraillinger Natur“ werden auf dem Flugblatt namentlich „Heinrich Bach, Prof. Dr. Gerald Thurner, John Philipp Witek, Dr. Michael Huber, Ivo Hoevel“ genannt. Wie er zu dieser Ehre kam, ist Heinrich Bach allerdings unklar. „Der Name ist ohne mein Wissen auf die Liste gekommen. Dass ich ein Initiator bin, stimmt nicht“, sagte er gestern auf Anfrage. Er habe sich bei Treffen der IG, unter anderem am Dienstag in der Planegger Gaststätte Bräustüberl, vor allem informieren wollen.

Auch Achim Loecher, Präsident des TV Planegg-Krailling, war im Bräustüberl zugegen. Der Sportverein ist gegen eine Wohnbebauung östlich des Altenheims. „Wir stehen aber für uns alleine und werden uns keiner Initiative anschließen“, sagt Loecher. Das habe er den Verantwortlichen am Dienstag mitgeteilt. Zwar habe der TV teils gleiche Interessen wie die IG, wolle sich aber aus den anderweitigen Forderungen und Argumentationen heraushalten. „Uns geht es nur um die Bebauung neben unserem Grundstück“, erklärt Loecher. „Wir befürchten erhebliche Einschränkungen im Sportbetrieb.“ Neue Anwohner könnten sich über den hohen Lärmpegel beschweren. „Ich sehe die Entwicklung mit allergrößter Sorge. Der Ärger ist vorprogrammiert.“

Hinter der neuen Interessengemeinschaft steht unter anderen auch Wilhelm Mahler. Der ehemalige FBK-Gemeinderat, der auf dem Flugblatt nicht genannt wird, hatte auch die Unterschriftenlisten mit den Einwendungen von 239 Bürgern eingereicht. Auf Merkur-Anfrage sagte er, Heinrich Bach habe ihm das Einverständnis erteilt, ihn namentlich aufzuführen.

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