Nazi-Runen bringen Stockdorfer vor Kadi

Stockdorf - Seine Tätowierungen haben einen 27-jährigen Stockdorfer bereits zum zweiten Mal auf die Anklagebank des Starnberger Amtsgerichtes gebracht.

Während seiner Zeit als Punker ließ sich der Arbeitslose in Runen, die die Nationalsozialisten benutzt hatten, das Wort Hass auf seine Finger tätowieren. Obwohl seine provokative Phase längst zu Ende ist, begleiten ihn die Runen seitdem hartnäckig.

Schon im Juli 2009 wurde der Stockdorfer wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt. Der Angeklagte ging jedoch in Berufung und erwartet in Bälde nun den endgültigen Richterspruch vom Landgericht München. Im Hinblick auf das seitens der Berufungsinstanz zu erwartende Urteil stellte Richterin Brigitte Braun das aktuelle Verfahren in gleicher Sache ein. „Die Tätowierungen stammen aus meiner Punker-Zeit. Ich wollte damit lediglich provozieren“, erklärte der Angeklagte und verneinte jedwede rechtsradikale Tendenzen. Dass der arbeitslose Mann bereits ein zweites Mal wegen seiner Handtattoos vor Gericht kam, sei schlicht eine Frage knapper Finanzen: „Es ist sehr teuer, so etwas wegzumachen.“

Nach seiner zweiten Anzeige, die erfolgte, als der 27-Jährige in Stockdorf im April 2010 mit seiner bedenklichen Fingerdekoration erneut aufgefallen war, entschloss er sich dennoch zu handeln. „Ich habe mir jemanden gesucht, der das billig überdeckt.“ Somit sind die Runen zwar nicht entfernt, aber insoweit unkenntlich gemacht, dass sie nicht mehr gesetzeswidrig sind.

Die Einlassung des Stockdorfers, er sei völlig unpolitisch und habe mit den Nazi-Runen nur provozieren wollen, kommentierte die Staatsanwältin mit Ironie: „Sie haben schon genügend provoziert. Ihr Bundeszentralregister hat 13 Einträge.“ Ob der Angeklagte nun tatsächlich ein halbes Jahr hinter Gitter muss, entscheidet sich binnen der nächsten Wochen am Landgericht.

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