Neben Sturm und Feuer gehören Radler und Spaziergänger zu den Gefahren des Waldes

- Großes Interesse bei Informationsveranstaltung des Fortsamtes

VON NADINE MAFKE Würmtal - So gut besucht wie diesen Samstag ist der Forstenrieder Park normalerweise nur an sonnigen Frühlings- oder Sommernachmittagen - wenn überhaupt. Doch das diesjährige Winterfest, eine Art "Tag des offenen Waldes", das vom Forstamt München organisiert wurde, lockte trotz Kälte und vereister Wege zahlreiche Familien in den Wald. Denn neben einer Flugvorführung mit Falken, einer Kutschenfahrt sowie einer von Förstern geleiteten Führung stand noch einiges mehr auf dem Programm.

"Wir veranstalten jedes Jahr eine große Aktion mit dem Thema ,Wald`, denn ich halte es für besonders wichtig, dass vor allem Kinder mit der Umwelt konfrontiert werden und dabei lernen, den Wald als wichtige Lebensquelle zu schützen", sagt Wolfgang Hohenadl, Leiter des Forstamtes München.

Denn Schutz und Instandhaltung des Waldes sind eine der Hauptaufgaben des Forstamtes. Ein sehr großes und bisher erfolgreiches Ziel ist aber auch die Umwandlung von einem Nadelwald in einen Mischwald, denn im Forstenrieder Park, der im Besitz des Freistaates Bayern ist, überwiegen noch die fichtenreichen Bestände. "Die Waldbewirtschaftung erfolgt durch einen so genannten Forsteinrichtungsplan. Aus diesem Plan, der alle 20 Jahre erstellt wird, ist ersichtlich, was die letzten zehn Jahre gemacht wurde, und was die kommenden Jahre Aufgabe sein wird", erklärt Hohenadl.

Hat ein Baumbestand sein Endalter erreicht, was bei einer Eiche beispielsweise bis zu 160 Jahre dauern kann, erfolgt die Durchforstung. Bei diesem "Auslichten" wird ein Teil der Bäume herausgenommen, um genügend Freiraum für die verbleibenden Bestände zu schaffen. Alle 40 Jahre erfolgt dann eine Verjüngung, wobei die alte Baumgeneration durch eine Neue ersetzt wird. Die Kosten für eine Neubepflanzung bewegen sich zwischen 5000 und 7000 Euro pro Hektar, wobei etwa 400 Bäume auf der Fläche Platz haben.

Vor allem in den letzten Monaten hatten die Förster einiges zu tun, denn die zum Teil sehr starken Stürme im Jahr 2002 haben zahlreichen Bäumen Schäden zugefügt.

Gefahr droht dem Wald jedoch auch durch Waldbrände sowie durch Flächenbedarf für Wohnungsbau und Verkehrsanlagen. Zu kämpfen haben die Förster aber vor allem mit unachtsamen Waldbenutzern, die als Radler oder Spaziergänger das Erholungsgebiet als Müllabladeplatz betrachten, und deren Unrat zahlreiche ehrenamtliche Helfer regelmäßig beseitigen müssen.

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