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Die Bodenplatte ist gegossen, nun entstehen die Wände im Souterrain: Umgeben von seinen „Geschwistern“, der schwarzen Mittelschule (li.) und dem sanierten Volksschul-Trakt „Rot II“, wächst mit dem „Anbau Süd“ der jüngste Spross der Lochhamer Schulfamilie heran.

Erweiterung des Campus Lochham

Neuer Spross der Schulfamilie wächst heran

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Gräfelfing - Was in vielen Kommunen als Großprojekt des Jahres gefeiert würde, läuft derzeit in Gräfelfing im Verborgenen, fast nebenher: ein Schul-Neubau für elf Millionen Euro.

G 8, Ganztagsschule, zunehmender Betreuungsbedarf in Hort und Nachmittagsbetreuung sowie steigende Schülerzahlen am Kurt-Huber-Gymnasium: Diese Melange bildet den Treibsatz, der den Schulcampus Lochham in den letzten Jahren geradezu explodieren ließ. Kein Jahr, in dem nicht ein neuer Schultrakt errichtet, angebaut oder generalsaniert wurde – unter dem üblichen Zeitdruck, versteht sich. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Inzwischen blicken nur noch ausgesprochene Insider wie Architekt Clemens Pollok überhaupt durch, welche Gebäudeteile für welche Nutzung ursprünglich, aktuell und zukünftig vorgesehen sind. Denn das ändert sich praktisch monatlich, je nach Bedarf und Dringlichkeit. Längst pilgern beispielsweise KHG-Schüler über den Hof in ehemalige Räume der Volksschule und hat die Mittelschule ihr Single-Dasein in der neuen, schwarzen Schule aufgeben müssen. Hinzu kommen Hort und Nachmittagsbetreuung für Hunderte Kinder, die ebenfalls in den Schulhäusern unterkommen.

Somit gibt es auch kaum noch Gebäude, die mit „Mittelschule“ oder „Volksschule“ treffend beschrieben wären. Bei Bauamtsleiterin Elisabeth Breiter und ihren Kollegen heißen die Trakte inzwischen pragmatisch nach Außenfarbe und Bauabschnitt „Rot I“ oder „Schwarz“. „Rot II“ ist übrigens gleichbedeutend mit „Konjunkturpaket 2“, dem Förderprogramm, dem der Altbau seine Sanierung von 2010 bis 2012 verdankte, in deren Zug er modern wurde – und eben rot.

Nun wächst der neueste Spross dieser Schulfamilie aus dem Boden; er trägt den Arbeitstitel „Anbau Süd“. Der Anbau Süd schließt das bisher offene U, gebildet aus schwarzer Mittelschule, saniertem Volksschultrakt und Neubau Rot I, an den er im rechten Winkel andockt. Wie die anderen Gebäude in dem Geviert wird der Kubus, der sich im Süden des Geländes in Ost-West-Richtung erstreckt, über drei Stockwerke mit einer Gesamtfläche von gut 3000 m 2 verfügen: Das Souterrain, das dank großzügiger Abböschung mit wandhohen Glasfassaden glänzt, soll den Hort beherbergen. Das Erdgeschoss ist aktuell für die Nachmittagsbetreuung gedacht, das Obergeschoss für sechs Klassenräume. Welcher Schultypus sie wann nutzen wird, lässt sich derzeit nicht verbindlich sagen. Sicher ist: Sie werden dringend gebraucht. Vorausschauend ist das Raumkonzept äußerst flexibel geplant. Um auch für Ganztagsbetrieb geeignet zu sein, verfügt der Neubau über eine Küche, eine Cafeteria und einen Mehrzweckraum. Über einen Verbindungsgang zum Altbau werden die Schüler den nunmehr fast geschlossenen Innenhof auch bei Regen trockenen Fußes queren können.

Die europaweite Ausschreibung für den Rohbau gewann die Firma Kreuzer /Glass aus Bad Wörishofen, und die Arbeiter kommen gut voran. „Wir liegen im Zeitplan“, sagt Elisabeth Breiter. Derzeit entsteht die Schalung für die Wände im Souterrain. Bis Weihnachten soll der Bau wetterdicht sein. Offizieller Eröffnungstermin ist im Frühjahr 2018, bei optimalem Verlauf Ende 2017.

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