Feuerwehrhaus in Neuried: Temperaturschwankungen von 100 Grad an der Süd-Ost-Front im Jahresverlauf haben zahlreiche Türen mit Alu-Rahmen verzogen. Nun sollen sie ausgetauscht und möglicherweise ein Sonnenschutz installiert werden. Foto: Dagmar rutt

Neue Baumängel in Neuried: Hitzeschäden am Feuerwehrhaus

Neuried - Der finanziell gebeutelten Gemeinde Neuried drohen die nächsten unerwarteten Ausgaben: Die Sonneneinstrahlung hat am Feuerwehrgebäude massive Schäden angerichtet.

Vor exakt elf Jahren, im Mai 2001, hat die Freiwillige Feuerwehr Neuried ihr neues Gerätehaus am Floriansbogen bezogen. Seither hat das Gebäude durch Sonneneinstrahlung massive Hitzeschäden erlitten. Die Beschwerden werden immer lauter. Schon seit längerem klemmt die Tür zum Mannschaftsgeräteraum. Im Obergeschoss haben sich durch Hitzeentwicklung einige Türen in solchem Maß verzogen, dass auch bei geschlossenen Räumen immer ein großer Spalt offen stehen bleibt. „Das Temperaturgefälle kann an dieser Süd-Ost-Front bis zu hundert Grad Celsius betragen“, erklärte Bauamtsleiter Peter Müsch in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. „Deshalb brauchen wir hier eine großflächige Verschattung, die keinen Lärm verursacht und lichtdurchlässig ist.“ Das Aluminiummaterial stehe unter gigantischer Spannung. Wie Neurieds Kommandant Jürgen Kral auf Anfrage darlegte, kühlt das Material im Winter auf bis zu minus 25 Grad Celsius herunter und heizt sich im Sommer auf bis zu 80 Grad auf. Bauamtsleiter Müsch erwägt nun eine Lösung mit Lamellenkonstruktion, Kostenpunkt inklusive neuer Türen: 50 000 Euro.

Doch die Mitglieder des Neurieder Bauausschusses sind in Hinblick auf Mehrausgaben sensibilisiert. Sie hören schlecht auf diesem Ohr, seit die Kostenexplosion für die Mehrzweckhalle zum alles beherrschenden Thema wurde. Die kostspielige Lamellenversion stieß nicht auf Begeisterung. „Wo genau liegt das Problem“, fragte Jan Jungowski. „Man sollte die Fassade nicht dunkel streichen, sondern mit einer lichtabweisenden Farbe“, schlug der Gemeinderat der Unabhängigen-Fraktion vor. „Alle zehn Jahre die Türen austauschen kommt billiger“, meinte Hans-Georg Thaler (FWN). Die Anregung, die Aluminium-Türen durch Holz- oder Kunststofftüren zu ersetzen, fand im Bauausschuss Anklang.

Bernd Quintenz (W-BIN) erkundigte sich nach Möglichkeiten, durch die Anpflanzung von Bäumen für eine natürliche Verschattung zu sorgen. Laut Bürgermeisterin Ilse Weiß ist der dafür benötigte Platz aber für die Einsatzfahrzeuge unentbehrlich. Markus Crhak (CSU) wollte den hohen Ausgabenposten aufgeschlüsselt haben. „Der Betrag überzeugt mich nicht“, beschwerte sich der Vize-Bürgermeister. Die Lamellenkonstruktion allein koste schon 28 000 Euro, erklärte Müsch. Schließlich beauftragte der Bauausschuss die Verwaltung mit nochmaliger, eingehender Ursachenforschung.

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