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Neue Chance für Geothermie im Würmtal

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Gräfelfing - Der Ausbau des Gräfelfinger Fernwärmenetzes und dessen Beschickung mit Warmwasser aus Geothermie nimmt Formen an. Grundlage ist die Zusammenarbeit mit der Firma Trinkl.

Die Antwort des Bayerischen Wirtschaftsministeriums auf eine Merkur-Anfrage lässt nichts an Deutlichkeit vermissen: „Die Gemeinde (Gräfelfing, d. Red.) hat dargelegt, dass sie das Unternehmen unterstützt. Damit ist glaubhaft dargelegt, dass tatsächlich auch die Bohrungen durchgeführt werden.“ Mit anderen Worten: Die Absichtserklärung der Gemeinde Gräfelfing, das von der Kraillinger Firma Trinkl gelieferte Warmwasser in ihr neues Fernwärmenetz zu übernehmen, war Voraussetzung dafür, die bergrechtliche Erlaubnis für Trinkl noch einmal zu verlängern. Allerdings, so das Ministerium, enthalte der Bescheid „die zwingende Verpflichtung“, mit dem Bohrplatzbau „baldmöglichst zu beginnen“.

Das liegt nicht nur im Interesse des Freistaates, der regenerative Energiequellen fördern will, sondern auch der Firma Trinkl, die bereits Investitionen getätigt hat. Und nicht zuletzt im Interesse der Gemeinde Gräfelfing: Nachdem der Bürgerentscheid das geplante Biomasse-Heizkraftwerk abgelehnt hat, fehlt der Kommune mehr denn je die Geothermie als Hauptenergieträger für ihr Netz.

Netzaufbau und Wärmeförderung bedingen sich allerdings eng - vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht. Deshalb hat die Gemeinde in den letzten Monaten das Netz neu konzipiert, den Bedarf, Investitionskosten und einen möglichen Energiepreis für die Abnehmer errechnen lassen. Ergebnis laut Bürgermeister Christoph Göbel: „Unser Preis ist nicht weit von den Vorstellungen der Firma Trinkl entfernt.“ Deshalb sei er optimistisch, dass es zu einer Vereinbarung kommen könne.

Dies würde bedeuten, dass die Gemeinde zügig ihr Fernwärmenetz ausbaut. Es soll von der Bohrstelle in der Nähe der Martinsrieder Straße zunächst zum Gewerbegebiet Steinkirchen verlaufen, um hier Betriebe zu versorgen und mit diesem Großabnehmer eine wichtige Säule in der Wirschaftlichkeitsberechnung zu sichern. Von dort führen die Leitungen über die Planegger Straße nach Gräfelfing. Das Netz für den gesamten Bereich östlich der Bahn und südlich der Autobahn soll zehn bis zwölf Millionen Euro kosten. Aus Steuergründen würde es zu etwa 80 Prozent fremdfinanziert. Verblieben zwei bis drei Millionen Euro, die der Gemeindehaushalt während der nächsten drei Jahre aufbringen müsste - eine machbare Aufgabe. Zumal die Kommune durch die Übernahme des Stromnetzes von Eon Einnahmen generieren wird, die diesem öko-energetischen Zweck zugeführt werden könnten.

Derzeit laufen die Ausschreibungen für die Bohrung. Danach muss die Bauleitplanung stehen, ehe der Bohrplatz eingerichtet werden kann. Die Bohrung selbst wird nochmals mehrere Monate in Anspruch nehmen. Parallel könnte der Ausbau des Netzes laufen. Im Merkur-Gespräch schätzte Bürgermeister Göbel, dass warmes Wasser aus dieser Quelle im besten Fall im Jahr 2014 die ersten Kunden erreichen könnte.

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