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200 neue Parkplätze und 7000 Quadratmeter Büro- und Laborfläche sollen am Lochhamer Schlag entstehen.

Parkhaus soll Gewerbegebiet entlasten

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Gräfelfing - Im Lochhamer Gewerbegebiet fehlen Parkplätze, Gastronomie und Flächen für expansionswillige Firmen. Ein ungewöhnliches Bauprojekt soll Abhilfe schaffen.

Im Gräfelfinger Gewerbegebiet soll ein Neubau jetzt drei Probleme lösen, die der Gemeinde seit Jahren Kopfzerbrechen bereiten. In einem rund 80 Meter langen und vier Stockwerke hohen Gebäude am Lochhamer Schlag sollen nicht nur neue Büro- und Laborflächen für ortsansässige Firmen mit Expansionswunsch entstehen. Der Bau soll auch ein Parkhaus und eine Kantine für die Mitarbeiter der umliegenden Firmen beherbergen. Das Projekt ist zwar ein privates Vorhaben, trägt aber klar die Handschrift der Gemeinde, die im Interesse der Wirtschaftsförderung gerne die Parkplatz- und Versorgungssituation im Gewerbegebiet verbessert sehen würde.

Die Kombination aus Parkhaus, Büro- und Laborgebäude und Gastronomiestandort ist selbst für das Planegger Projektentwicklungsbüro Wander ein ungewöhnliches Vorhaben. Die Wander-Gruppe präsentiert sich zwar als Unternehmen, das sich an Objekte, Standorte und Branchen herantraut, die anderen Immobilien-Entwicklern als zu unsicher gelten. Aber ein Restaurant und ein Parkhaus in ein Bürogebäude zu integrieren, „war nicht unsere Wunschvorstellung“, sagt Geschäftsführer Maximilian Wander. Das sei eher den Auflagen geschuldet.

Die Gemeinde Gräfelfing hatte, als das Grundstück am Lochhamer Schlag – gelegen zwischen dem Entsorger Wittmann und Draht Ulrich – zum Verkauf stand, von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht. Schon vor drei Jahren hat sie selbst erste Pläne für ein solches Multifunktionsgebäude präsentiert. Neun Millionen Euro, hieß es damals, wolle man in den Bau investieren, um das Gewerbegebiet attraktiver zu gestalten. Die Einnahmen aus der Vermietung und der zusätzlichen Gewerbesteuer würden sich schnell rechnen, war sich der damalige Bürgermeister Christoph Göbel sicher.

Weil Immobilienentwicklung aber nicht das Kerngeschäft einer Gemeinde ist, suchte man nach privaten Investoren, die das Grundstück kaufen und das Projekt umsetzen wollten. Unter anderem Wander zeigte Interesse und bekam den Vorzug.

Inzwischen sind die Planungen weit vorangeschritten. In zwei Kopfbauten, einem zum Lochhamer Schlag, einem in Richtung Philip Morris, sollen auf rund 7000 Quadratmetern Büros und Labors unterkommen. Zwischen den Kopfbauten entsteht das Parkhaus mit rund 200 Stellplätzen. Etwa die Hälfte muss für die Mieter im eigenen Gebäude vorgehalten werden, der Rest soll an benachbarte Firmen vermietet werden. Die Kantine soll straßenseitig im Erdgeschoss unterkommen.

Nach Vorstellung der Wander-Gruppe soll das Gebäude Mitte 2018 bezugsfertig sein. Der Gemeinderat hat den Plänen bereits zugestimmt und kürzlich den Beschluss zur öffentlichen Auslegung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans gefasst. „Wir verhandeln derzeit mit potenziellen Mietern“, sagt Maximilian Wander. Finden sich die demnächst, soll im Frühjahr 2017 Baubeginn sein.

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