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Durch breite und lange Zufahrten dringt der Lärm tief in die Wohnviertel.

Kreisstraße M21: Neuer Bebauungsplan soll Abhilfe schaffen

Mehr Baurecht als Entschädigung für Lärm

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Verkehrslärm auf der Germeringer Straße in Planegg ist für die Anwohner trotz einzelner Maßnahmen in der Vergangenheit weiter ein Problem. Ein neuer Bebauungsplan soll langfristig Abhilfe schaffen.

Die Gemeinde Planegg hat schon viel versucht, um die Anwohner der Germeringer Straße und die Bewohner der dahinter liegenden Wohngebiete besser vor Verkehrslärm zu schützen. Den ganz großen Durchbruch hat sie dabei bisher nicht erzielen können. Das Rathaus hatte sich zwar erfolgreich für ein Tempolimit in den Nachtstunden eingesetzt und zudem das für die Kreisstraße mit der Nummer M21 zuständige Straßenbauamt des Landkreises München dazu bewegen können, lärmmindernde Gullydeckel einzubauen und zusätzliche Ampeln einzurichten. Doch mit weiteren Bemühungen war Planegg nicht erfolgreich.

Ein Durchfahrtverbot für Lastwagen fordert die Gemeinde bislang vergeblich. Und vor zwei Jahren scheiterte der Versuch, den Anwohnern im besonders betroffenen Abschnitt zwischen Pasinger Straße und Bahnunterführung mit einem Förderprogramm für privat errichtete Lärmschutzwände zu weiterer Linderung zu verhelfen. Lärmabsorbierende Wände, die den Schall nicht einfach zu den Häusern auf der anderen Straßenseite zurückwerfen, bleiben trotz Zuschüssen teuer. Zudem müssen sie, um wirksam zu sein, mindestens drei Meter hoch sein und sich über die Länge mehrerer Grundstücke erstrecken. Das erschien den Anliegern kaum praktikabel.

Und für große, durchgehende Lärmschutzwände wie im Bereich zwischen Pasinger Straße und Münchner Straße bietet der Straßenquerschnitt im westlichen Teil der Germeringer Straße nicht genug Platz. „Als die Häuser hier ab den 1950er Jahren gebaut wurden, war noch nicht abzusehen, dass die Germeringer Straße einmal eine viel befahrene Kreisstraße werden würde, die Germering mit Siemens in München verbinden würde“, sagt Planeggs Rathaussprecherin Bärbel Zeller.

Doch mittlerweile sind die Häuser in die Jahre gekommen. Auf einigen Grundstücken wurde bereits abgerissen und neu gebaut. Im Rathaus gehen immer wieder Bauanfragen ein. Die Gemeinde hofft nun, über ein neues Bebauungsrecht langfristig einen besseren Lärmschutz zu erzielen, zumindest für die Gebäuderückseiten, die Gärten und die dahinter liegenden Häuser. Rund 50 Grundstücke an der Germeringer Straße zwischen Pasinger Straße und Bahnunterführung sollen aus den bestehenden Bebauungsplänen herausgelöst und in einem neuen Bebauungsplan zusammengefasst werden. In dessen Geltungsbereich soll künftig höher gebaut werden dürfen. Das soll abschirmen und den Eigentümern auch einen gewissen Ausgleich für die Wertminderung ihrer Grundstücke durch die Lärmbelastung bieten.

Doch mehr Höhe allein reicht nicht. „Die Lücken zwischen den Häusern und die vielen Einfahrten sind das Hauptproblem“, sagt Susanne Baumann aus dem Planegger Bauamt, die den Plan zusammen mit einem Stadtplanungsbüro entwickeln soll. „Durch sie dringt der Lärm in die rückwärtigen Bereiche ein.“ Deshalb soll künftig eine geschlossene Bauweise möglich sein. Um die zu erreichen, müssen sich jedoch Nachbarn einig werden und einigermaßen zeitgleich neu bauen wollen. Der Plan soll daher auch eine Vielzahl kleiner Maßnahmen ermöglichen, die in der Summe langfristig zu Verbesserungen führen könnten, etwa indem Lücken zwischen den Häusern durch Nebengebäude oder kurze Wandstücke geschlossen werden.

Ob der Bebauungsplan, für den jetzt der Aufstellungsbeschluss gefasst wurde, so wie gedacht zustande kommt, ist aber noch ungewiss. Untersuchungen durch Stadtplaner sollen zunächst zeigen, inwieweit die angedachten Maßnahmen Erfolg haben könnten. Bis sie soweit umgesetzt sind, dass sie eines Tages großflächig Wirkung zeigen, werden Jahrzehnte vergehen.

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