„So wahr mir Gott helfe“: Gemeinderat Gerhard Schleburg (l.) nimmt Bürgermeister Heinrich Hofmann den Amtseid ab. dr

Neuer Bürgermeister vereidigt

Planegg - Heinrich Hofmann wirbt im Gemeinderat für Zusammenarbeit.

Mit kurzen Startschwierigkeiten ist am Donnerstagabend im Gemeinderat Planeggs neuer Bürgermeister Heinrich Hofmann vereidigt worden. Bevor Gerhard Schleburg aus der CSU-Fraktion, ältestes Mitglied im Gremium, Hofmann den Eid abnahm, meldete sich FDP-Gemeinderat Hans-Christian Haugg zu Wort. Er bat vor der Vereidigung um eine Stellungnahme der CSU zu deren Antrag auf Neuauszählung der Stimmen. Dieser war zwar vom Landratsamt abgelehnt worden (wir berichteten), allerdings hat die CSU noch nicht entschieden, ob sie dagegen Widerspruch einlegt.

Deshalb, so sah es Jurist Haugg, liege noch kein „rechtsgültiges Wahlergebnis“ vor. Dem widersprach Rathaus-Geschäftsführer Stefan Schaudig. „Es gibt keinen schwebenden Zustand. Das Wahlergebnis ist rechtskräftig, seit der Wahlausschuss am Wahlabend die Gültigkeit der Wahl festgestellt hat.“ CSU-Fraktionssprecher Michael Book versicherte, nach der Vereidigung nochmal auf die Wahlanfechtung zu sprechen zu kommen, womit sich Haugg zufrieden gab.

Anschließend nahm Schleburg dem SPD-Politiker den Amtseid ab. Nach dem Schwur mit Gottesbezug gratulierte der CSU-Gemeinderat und sagte: „Ich bin sicher, dass Sie zum Wohl Planeggs viel beitragen werden. Alles Gute.“ Hofmann bedankte sich und hielt eine kurze Rede. „Das ist ein sehr bewegender Augenblick für mich“, so der 64-Jährige. „Ich werde versuchen, auch diejenigen, die mir ihre Stimme nicht gegeben haben oder gar nicht gewählt haben, von meiner Arbeit zu überzeugen.“ An die Gemeinderäte gerichtet sagte Hofmann, er wolle stets ein „fairer Partner“ sein und sich um breite Mehrheiten bemühen. Der Gemeinderat sei kein Parlament, es gebe weder Regierung noch Opposition. Er begrüße es, wenn Gegensätze in der Diskussion aufgezeigt würden, wünsche sich aber gleichzeitig die „Bereitschaft zum Kompromiss“. Einen besonderen Dank richtete Hofmann an seine Familie und die Verwaltung für die „überaus freundliche Aufnahme“. Mit einem Appell an den Gemeinderat beendete der neue Bürgermeister seine Rede. „Lassen Sie uns zum Wohl der Gemeinde arbeiten. Pack ma’s.“

Im Anschluss gab es noch die ausstehende Erklärung der CSU zur Wahlanfechtung. Noch sei nicht entschieden, ob Einspruch eingelegt werde, so Michael Book, wahrscheinlich sei dies aber nicht. Und Schleburg ergänzte, er habe nicht die Hoffnung gehabt, „dass bei einer Nachzählung was anderes rauskommt“. Es sei vielmehr darum gegangen, einer späteren „Legendenbildung“ vorzubeugen angesichts des knappen Wahlausgangs mit nur 41 Stimmen Unterschied.

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