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Besucher und Zelt-Stände auf dem neuen Gräfelfinger Rathaus-Vorplatz: Rund 100 Bürger ließen sich vom Regenwetter nicht abhalten und folgten der Einladung der Gemeinde.

Keine Ampeln und Tempo 20

Rathausplatz: Erhöhte Achtsamkeit gefragt

Gräfelfing - Gräfelfing hat seinen neuen Rathaus-Vorplatz eingeweiht. Für manchen Bürger ist das neue, fußgängerfreundliche Konzept noch gewöhnungsbedürftig.

Gräfelfing – Geschäftige „Businessmänner“ mit Aktentasche grüßen eilige Passanten Richtung Bahnhof: Neben den zwei lebensgroßen Holzskulpturen aus der Werkstatt des Schweizer Künstlers Daniel Eggli feierten die Gräfelfinger mit Bürgermeisterin Uta Wüst am Donnerstag den neu gestalteten Rathausplatz.

Noch müssen sich die Bürger an den „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ mit Tempo 20 und abgesenkten Gehsteigen gewöhnen: „Weder für Fußgänger, noch für Autofahrer ist das ganz einfach“, berichtet der Kontaktbeamte von der Polizei Planegg, Udo Wenisch.

Trotz Regenwetters war die Stimmung bei der Eröffnungsfeier mit appetitlich angerichteten Häppchen unterm Zeltdach heiter: „Bis zum letzten Sommer war hier weniger ein Platz, als eine Straßenkreuzung“, erinnerte Bürgermeisterin Uta Wüst. Als dann die Wasserleitungen aus dem Jahre 1900 endgültig erneuert werden mussten, war das der Startschuss: Rathauschefin und Gemeinderat ließen gleich den gesamten Platz neu gestalten. Erklärtes Ziel: „Mehr Raum und auch Platz zum Verweilen für die Fußgänger.“ Mit Sitzbänken, abgesenkten Bordsteinen, Tempo 20 im „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ zwischen Rathaus und Bahn-Unterführung ist das auch gelungen. Etwa 800 000 Euro kostete der Entwurf des Gräfelfinger Architekten Klaus Molenaar.

„Zug und Zug erobern die Verkehrsteilnehmer den neuen Platz“, sagte die Rathauschefin. Kritisch hätten Skeptiker den neuen „verkehrsberuhigten Bereich“ zwar zunächst beäugt. Denn manche Gräfelfinger hätten das „noch nirgendwo erlebt“. Sie selbst sei von dem Konzept überzeugt gewesen. Denn wenn eine solch fußgängerfreundliche Zone sogar in der Stadt Aschaffenburg „vor dem stark frequentierten Hauptbahnhof funktioniert, wird er erst recht hier in Gräfelfing funktionieren“, so Uta Wüst.

Auf dem Rathausplatz, der ohne Ampeln auskommt, gilt jetzt Tempo 20 und Rechts vor Links. „An jeder Stelle muss auf querende Fußgänger geachtet werden“, schärfte die Bürgermeisterin den über 100 versammelten Bürgern nochmals ein. Fußgänger und Schulkinder „kommen gut über die nun sehr viel schmalere Straße“, beobachtet Uta Wüst mittags beim Blick aus ihrem Rathausfenster. Doch leider sei der eine oder andere Autofahrer noch zu schnell. Deshalb bleiben die „Smiley“-Anlagen zur Tempo-Kontrolle der Autofahrer fest installiert.

Premiere: Mit der Eröffnung ihres Platzes feierten die Gräfelfinger auch die neue „Plattform für wechselnde Kunst im öffentlichen Raum“: Zum Auftakt der vom Gemeinderat geförderten „Urban Art“ präsentierte Bettina Kurrle, Vorsitzende des örtlichen Kunstkreises, zwei Holz- Skulpturen: Die beiden täuschend echten Business-Männer mit Aktentasche hat der Schweizer Künstler Daniel Eggli eigens für Gräfelfing angefertigt – passend zur nächsten Kunstkreis-Ausstellung „Männer“ (ab 23. Juni).

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