Ein unüberhörbares Signal für ein Feuerwehrhaus sandte die Hauptversammlung des Vereins aus (v.li.): 2. Bürgermeister Peter Weigert, Bürgermeisterin Christine Borst, Feuerwehr-Kommandant Richard Siebler, Schriftführer Gerhard Misch und Vize-Kommandant Peter Bauch. Foto: jürgen sauer

Neues Gerätehaus: Feuerwehr droht mit Boykott

Krailling - Ein fragliches neues Feuerwehrhaus und die Problematik mit dem alten bleibt bei der Kraillinger Freiwilligen Feuerwehr das Thema, auch bei der Jahreshauptversammlung am Freitag.

Gemeinde und Kommandant scheinen nun an einem Strang zu ziehen, den Unmut des Vereins zieht derweil die „Opposition“ auf sich. „Sehr enttäuscht“ zeigte sich Kommandant Richard Siebler, dass kein Gemeinderat aus den Reihen von SPD, Grünen und FDP den Weg in den Sitzungssaal der Feuerwehr gefunden hatte. Diese will am verworfenen Standort Fleckhamerstraße für das neue Feuerwehrhaus festhalten, „obwohl der mit Kosten von etwa sieben Millionen Euro einfach zu teuer ist“, betonte Bürgermeisterin Christine Borst an diesem Abend erneut.

Auch sei die „Opposition“ gegen den Kompromiss der Bürgermeisterin, das alte Feuerwehrhaus an der Margaretenstraße zu sanieren, und so den zentralen Standort zu erhalten, um gleichzeitig in näherer Zukunft ein neues Feuerwehrhaus am Bauhofgelände zu errichten.

Gerade gegen diesen Widerstand regt sich einiges an Unmut in den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr. „Diese Gemeinderäte haben eines nicht begriffen: Die Sanierungsmaßnahmen sind keine Option, sondern eine absolute Notwendigkeit“, betonte Siebler. Eine veraltete Absaugungs-Vorrichtung in den Garagen sowie zu enge Gassen hinter den Fahrzeugen würden nicht zuletzt die Gesundheit der Jungfeuerwehrleute aufs Spiel setzen. Im Klartext: Da ein neues Feuerwehrhaus noch Zukunftsmusik ist, muss das alte saniert werden, „sonst machen wir das hier nicht mehr mit“, drohte der Kommandant.

Bürgermeisterin Borst tat indes alles, um die Wogen zu glätten. Die Gemeinde wisse um die Wichtigkeit der Freiwilligen Feuerwehr und wolle einen Weg finden, „wo wirklich alle mitgehen können“. Die zentrale und von der Feuerwehr favorisierte Lage an der Margaretenstraße mit einem kompletten Neubau zu bestücken, sei aufgrund des Bestandschutzes rings um das Gelände nicht möglich.

Der Kompromiss, bei dem auch der Kommandant sein Einverständnis signalisierte, soll nun in einer Splittung der Feuerwehrstandorte bestehen: Bei Notfällen soll der sanierte Standort Margaretenstraße zuständig sein, unterstützt und ergänzt von einem neuen Haus am weniger zentralen Bauhofgelände. Dieser Neubau soll dann nur noch rund drei Millionen Euro kosten, einen Betrag, den die Gemeinde durch weitgehende Fremdfinanzierung zeitnah schultern will. Ein Kompromiss, mit dem sich an diesem Abend beide Seiten zufrieden gaben, wobei Siebler die Entschlossenheit seitens der Feuerwehr betonte: „Die Sanierung muss bis Herbst abgeschlossen sein. Dafür und für unser neues Haus setzen wir uns mit aller Macht ein.“

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