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Der Silber-Ahorn vor der Dorfkirche St. Nikolaus verdeckt mittlerweile die Turmuhr und einen großen Teil des Neurieder Wahrzeichens. Das stört Bürgermeister Harald Zipfel.

Großer Silber-Ahorn in Neuried steht zur Disposition

Baum stellt Wahrzeichen in den Schatten

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Neurieds Wahrzeichen steht im Schatten eines großen Baumes. Jetzt wird im Ort diskutiert, was wichtiger ist: der Silber-Ahorn oder die freie Sicht auf den Turm der Dorfkirche?

Neuried – Sein Todesurteil könnte an diesem Dienstag gesprochen werden. Dann tagt Neurieds Bau- und Umweltausschuss, um über das Schicksal des Silber-Ahorns vor der alten Dorfkirche zu befinden. Bis jetzt ist alles möglich, der Baum könnte fallen, er könnte beschnitten werden und damit möglicherweise einen langsamen Tod sterben. Oder er könnte stehen bleiben, wie er ist.

Bürgermeister Harald Zipfel hat sich klar positioniert. Er meint, Neuried habe ein Wahrzeichen, dieses sei die Dorfkirche. „Und unser einziges Wahrzeichen ist nicht zu sehen.“ Vor 40 Jahren habe sich der Silber-Ahorn davor angesiedelt. „Der wird immer größer. Man sieht den Turm nicht mehr, und man sieht die Uhr nicht mehr.“ Zipfel will Turm und Uhr wieder sichtbar machen. Den Baum dazu einfach zurückzuschneiden, könnte aber zu einem Tod auf Raten führen. „Wenn die Krone stark beschnitten wird, könnte er stark leiden und kaputt gehen“, meint Zipfel.

Während sich der Bürgermeister und, wie er bekundet, weitere Bürger an dem Baum stören, sind andere irritiert, dass er jetzt beschnitten oder vielleicht sogar entfernt werden soll. Hannelore Quintenz, Vorsitzende der Bürgerinitiative Neuried (BIN), ist erschüttert: „Ich finde es furchtbar, dass dieser Baum irgendjemanden stört.“ Ahorn und Kirche sähen toll zusammen aus. Zudem: „Der Baum ist tiptop in Ordnung.“

In der Tat hat der von der Gemeindeverwaltung hinzugezogene Sachverständige Erk Brudi von der Gautinger Firma Treeconsult festgestellt: „Bei dem Silber-Ahorn vor der alten Kirche handelt es sich um ein etwa 40 Jahre altes Exemplar, das augenscheinlich gesund, vital und sehr wüchsig ist. Vorschäden sind nicht vorhanden.“ Er schreibt allerdings auch, dass der Baum in den nächsten Jahrzehnten noch deutlich in die Höhe, vor allem aber in die Breite wachsen werde. „Es ist dabei nicht auszuschließen, dass die Wurzeln dabei auch in den benachbarten Aufgang zur Kirche einwachsen.“

Hannelore Quintenz hat bereits 2016 Wirbel gemacht, nachdem sie erstmals hörte, dass der Baum vielleicht gefällt werden könnte. Sie schrieb im jährlich erscheinenden Flugblatt „BIN informiert“ darüber und dachte, der Fall habe sich erledigt. Jetzt aber bekam ihr Mann, Gemeinderat Bernd Quintenz, die Unterlagen für die kommende Sitzung des Bau- und Umweltausschusses zugeschickt – und da findet sich das Thema auf der Tagesordnung. Dass der Baum möglicherweise sterben soll, weil man die Uhr im Sommer nicht sehen könne, „das ist verrückt, dagegen muss man sich wehren“, findet sie. Schließlich handle es sich um den schönsten Baum in Neuried. „Die BIN ist dafür, dass der Baum bleibt, wie er ist.“

Bürgermeister Harald Zipfel verteidigt seinen Vorstoß: „Ich will ihn erhalten, aber irgendwann wird er zu groß.“ Er erklärt: „Die Kirche will nichts machen.“ Die Entscheidung obliege nun den Gemeinderäten. Auch der Gutachter überlässt das Schicksal des Baumes dem Gremium: „Es ist eine rein politische Frage, ob der Baum erhalten werden soll oder nicht. Fachlich spricht zur Zeit nichts gegen einen Erhalt dieses Baumes.“

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