Nachruf

Neuried trauert um Altbürgermeister Wolowicz

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Der langjährige Neurieder Bürgermeister Ladislaus Wolowicz ist im Alter von 87 Jahren verstorben. Weggefährten erinnern sich.

Neuried – Bürgermedaille, goldene Ehrennadel, dazu der Titel Altbürgermeister – mehr Bekundungen der Hochachtung hat Neuried nicht zu bieten. Ladislaus Wolowicz bekam sie alle. Am Montag ist „Wolo“, wie ihn die Neurieder nennen, im Alter von 87 Jahren gestorben. Damit folgte er nun seiner Frau und Stütze Rosita.

„Er war der Retter Neurieds“

In Neuried hat sich Wolowicz als Bürgermeister (1978-1990) und Gemeinderat (1990-2002) einen Namen gemacht. Bis zuletzt gehörte er dem Vorstand der Senioren-Union an. „Er hatte zu vielen Themen seine eigene Meinung und war gerade deshalb geschätzter, gern gehörter Ratgeber, auch für mich persönlich“, berichtet die CSU-Ortsvorsitzende Marianne Hellhuber. Ernst Federl, der Wolowicz 1978 zur CSU brachte, mit ihm den Verein Kunst & Kultur in Neuried gründete und neben ihm zwölf Jahre lang als zweiter Bürgermeister agierte, ist überzeugt: „Er war der Retter Neurieds.“ 

Einwohnerzahl auf maximal 10000 begrenzen

Wolowicz habe sich dafür eingesetzt, die Einwohnerzahl der Gemeinde auf maximal 10 000 zu begrenzen. „Wolo war ein sehr imposanter Mann mit klaren Vorstellungen“, sagt Federl. Als Bürgermeister brachte er den Bau des Feodor-Lynen-Gymnasiums mit auf den Weg. Auch der neue Friedhof sei ihm zu verdanken. Wolowicz setzte Dinge um. „Den musste man nicht zur Jagd tragen“, sagt Federl.

Als die CSU 1978 einen Bürgermeisterkandidaten suchte, kam Wolowicz gerade recht. Damals sei dieser mit der von seiner Bürgerinitiative geforderten Einwohner-Obergrenze aufgefallen. „Er war ein Glücksgriff für Neuried“, sagt Federl. Sonntags habe er als Bürgermeister Spaziergänge durch die Gemeinde unternommen. Montags berichtete er der Verwaltung von Missständen, mit dem Auftrag diese zu beseitigen, erinnert sich Federl.

Otto Götz (SPD), Wolowicz direkter Nachfolger im Bürgermeisteramt, muss schmunzeln, wenn er an die Zeit mit Wolowicz als Gemeinderat denkt. „Wenn auf einem Stück Wiese eine Brennesel wuchs, hat er den Gemeinderat damit beschäftigt.“ Federl sagt anerkennend: „Er hat einen Blick auf seinen Ort gehabt.“ Und eben dieser brachte ihm nicht erst jetzt Hochachtung ein.  

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