Kindergarten und Wohnungen

Bebauungsplan für Areal Südlich Maxhofweg in trockenen Tüchern

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Der Aufstellungsbeschluss datiert von März 2018. Dreimal wurde er seitdem ausgelegt, Bürger und Behörden beteiligt. Nun hat der Gemeinderat den Bebauungsplan Südlich Maxhofweg als Satzung beschlossen.

Neuried – München und Neuried wachsen immer weiter zusammen, zumindest optisch und baulich. Nachdem die Arbeiten am Neurieder Innovationscampus (NIC) auf dem ehemaligen Hettlage-Areal bereits begonnen haben, kann es nun auch bald auf dem Areal südlich des Maxhofwegs losgehen. In der letzten Sitzung des Jahres hat der Neurieder Gemeinderat den Bebauungsplan hierfür nun als Satzung beschlossen. Einstimmig und ohne Diskussion, da, wie Bauamtsleiter Andreas Braun ausführte, bereits alle Einwendungen abgewägt wurden.

Ursprünglich plante die Gemeinde mit einem Baubeginn schon 2019, da auf dem 2,3 Hektar großen Areal mit neun Mehrfamilienhäusern mit je zwei bis drei Etagen nicht nur Wohnraum für etwa 300 Menschen entstehen soll, sondern auch eine Kinderbetreuungseinrichtung. Weil der Pachtvertrag für den Kindergarten an der Zugspitzstraße ausläuft, sollte sie schnellstmöglich auf die noch unüberbaute Fläche neben dem Jugendhaus versetzt werden.

Patt im Bauausschuss verzögert Vorhaben

Doch nachdem der zweite Planentwurf von Stadtplaner Philipp Falke ein Haus mehr als der erste vorsah – elf statt zehn –, kam das Projekt ins Stocken. EineAbstimmung im Bauausschuss Anfang dieses Jahres endete in einem Patt, was das weitere Vorgehen um nun ein knappes Jahr verzögerte. BZN, W-BIN und CSU hatten damals ihre fünf Stimmen gegen die fünf Stimmen von SPD und Grünen gesetzt (wir berichteten).

Bei der dritten Auslegung heuer im Oktober und November ging es unter anderem darum, dass die Anwohner der Grundstraße die Grünfläche mit bepflanztem Wall südwestlich des Baugebietes erhalten möchten. Was der Ausschuss ihnen zusagte.

Das Anliegen, den Kinderspielplatz des Kindergartens als öffentliche Fläche anzulegen, scheiterte hingegen. Was die Verkehrsflächenplanung anbelangt, soll das Neubaugebiet als verkehrsberuhigter Bereich angelegt werden.

Nahwärme und genossenschaftlicher Wohnungsbau im Gespräch

Große Hoffnungen ruhten ursprünglich auch auf der Energieversorgung für das Grundstück: Zunächst war Nahwärme angedacht. Mittels Solarkollektoren, installiert auf dem Hang entlang der M4, einem Erdsondenfeld und einer Absorptionswärmepumpe hätte das neue Wohngebiet versorgt werden können. Doch mangels Interesse seitens der Eigentümer scheiterte das Konzept.

Die 2017 gegründete Wohnungsbaugenossenschaft Raumneuried sah auf dem gemeindlichen Teil des Grundstücks Potenzial für genossenschaftlichen Wohnungsbau. Etwa ein Drittel des noch zu bebauenden Areals gehören der Gemeinde. Jedoch fiel ihr Vorschlag für die Bebauung, die mehrheitlich längliche Baukörper vorsah und ein nicht erschließbares Grundstück nördlich des Maxhofwegs mit einschloss, schon im September 2018 durch. Auf der Homepage der Genossenschaftler heißt es zu dem Bebauungsplan jedoch noch heute: „Wenn der Gemeinderat dem Plan zustimmt, muss er anschließend über die Verwendung des gemeindlichen Teilgrundstücks vom südlichen Maxhofweg entscheiden. Wir hoffen natürlich sehr, dass sich der Gemeinderat mehrheitlich dafür entscheidet, das Grundstück an uns zu verkaufen beziehungsweise zu verpachten. Dann könnten wir ein genossenschaftlich geprägtes Mehrgenerationenhaus in Neuried realisieren.“

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