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Gebaut wird noch nicht, nur sortiert.

Zwei weitere Sitzungen im September

Behandlung der Stellungnahmen zum Hettlage-Areal zieht sich

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Auf dem Gelände des früheren Verwaltungssitzes der Firma Hettlage darf nach wie vor noch nicht gebaut werden. Es fehlt ein Satzungsbeschluss.

Neuried – Vom früheren Verwaltungssitz der Firma Hettlage ist nur noch Bauschutt übrig. Große Mengen Stahlbeton werden derzeit in ihre Bestandteile getrennt. Der Beton kann zerkleinert als Verfüllmaterial auf anderen Baustellen verwendet werden, der Stahl wird recycelt. Bis Ende des Monats sollen die Arbeiten laut Investor Andreas Lesser fertig sein. „Und dann warten wir auf den Satzungsbeschluss“, sagt er, hörbar resigniert. Ginge es nach ihm, könnten die Spundwände für die Tiefgarage unter dem Areal bereits Ende des Monats gesetzt werden. Doch Lesser darf noch nicht bauen.

Grund ist, dass nicht alle Stellungnahmen von Bürgern und Behörden nach der zweiten Auslegung des Bebauungsplans in der Juli-Sitzung des Bau- und Umweltausschusses behandelt werden konnten. Auch vom Landratsamt München hätten zwei Stellungnahmen zur Luftreinhaltung und zum Lärmschutz gefehlt, erklärt Neurieds Bürgermeister Harald Zipfel. Er wolle dem Landratsamt nicht den Schwarzen Peter zuschieben. Die Bearbeitung solcher Angelegenheiten würde sich aber häufig bis zu drei Monate hinziehen. „Wenn die Antworten da gewesen wären, hätte wir eine Sondersitzung anberaumt“, sagt Zipfel. Er kann Lessers Unmut über die Bauverzögerung verstehen. „Ich hätte das Thema selbst gerne vor den Ferien abgehakt“, sagt Zipfel.

Hinzu kommt, dass Bauamtsleiterin Dagmar Hasler Ende des Jahres in den Ruhestand geht. Ihr Nachfolger müsse sich erst einmal in die von Hasler betreuten Themen einarbeiten. „Daher haben wir nach den Ferien gleich zwei Termine angesetzt“, erklärt Bürgermeister Zipfel. Die beiden Sitzungen sind für 11. und 13. September angesetzt. Wenn dann die Stellungnahmen vom Landratsamt da seien, könne Lesser seinen Bauantrag stellen.

Bereits nach der zweiten Auslegung des Bebauungsplans hatte der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde drei Sitzungen auf die damals eingegangenen Einwendungen verwendet. Nach den beiden Sitzungen im September soll der überarbeitete Bebauungsplan erneut im verkürzten Verfahren für zwei Wochen ausgelegt werden.

„Wir haben schon eine gute Million in den Abbruch investiert, haben jetzt aber keine Planungssicherheit“, sagt Andreas Lesser. Nach zehn Jahren Hin und Her um Nutzungskonzepte, möchte er, dass es nun vorangeht. Ursprünglich hatte er mit einem rechtskräftigen Bebauungsplan im Sommer 2017 gerechnet, die Gebäude sollten 2019 bezugsfertig sein. Nun hofft Lesser, im November mit dem Bau beginnen zu können. Wie gut das dann klappt, weiß er nicht. Schließlich sei es nicht einfach, auf die Schnelle Personal für den Bau zu finden.

Mit Blick auf Neurieds Finanzen gibt der Investor zu bedenken: „Jeder Monat Verzögerung kostet die Gemeinde Gewerbesteuereinnahmen. Und Mietinteressenten springen ab, weil das Verfahren zu lange dauert.“ Ein potenzieller Mieter, der laut Lesser wohl vier Millionen Euro Gewerbesteuer jährlich in die Kassen der Gemeinde gespült hätte, habe sich schon anderweitig orientiert.

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