Stellvertretender K&K-Vorsitzender tritt zurück

Beim Kulturverein kracht’s kräftig

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Im Vorstand des Vereins „Kunst und Kultur in Neuried“ hat es erneut gekracht. Der stellvertretende Vorsitzende und Schriftführer Michael Frühmorgen ist zurückgetreten. Hauptursache sind atmosphärische Störungen und Streit über die Ausrichtung des Programms.

Neuried – Nach Informationen unserer Zeitung soll es im Vorstand des Vereins „Kunst und Kultur in Neuried“ (K&K) schon seit einiger Zeit gekriselt haben. Wie aus Vereinskreisen verlautete, kam es zwischen dem Vorsitzenden Andreas Staszewski und vor allem Beisitzer Hans Hobelsberger, ehemaliger Vorsitzender des K&K, sowie Michael Frühmorgen unter anderem wegen der Programmplanung zu Differenzen. Staszewski möchte das Programm verjüngen, neue Konzepte ausprobieren und weniger Kabarett anbieten. Dies war einer der Gründe für den Rückzug Frühmorgens.

Zwischenmenschliche Probleme

Auch soll es zwischenmenschliche Probleme innerhalb der Vorstandschaft gegeben haben. „Andreas Staszewski war wenig teamorientiert und hat ständig eine neue Sau durchs Dorf getrieben“, sagt Michael Frühmorgen im Merkur-Gespräch. „Irgendwann war der letzte Rest Gemeinsamkeit aufgebraucht, und ich konnte dies am Ende nicht mehr akzeptieren“, so Frühmorgen, der von „massiven Auseinandersetzungen“ spricht. In den kommenden Monaten stehen unter anderem ein Rockkonzert sowie ein „Pasta Opera“-Event in einem Pasta-Geschäft auf dem K&K-Programm. „Viele unsere Mitglieder sind 60, 65 Jahre alt und ich frage mich, wie viele von denen zu solchen Veranstaltungen kommen“, sagt Frühmorgen. Natürlich müsse der Verein „langfristig überleben“, eine solche Programm-Richtung sei jedoch „ein gewisser Bruch“ mit den Vereinszielen.

Organisatorische Differenzen

Zudem habe es organisatorische Differenzen gegeben. „Die erste Veranstaltung der Saison ist in einigen Wochen und das Programmheft ist noch nicht einmal druckbereit“, sagt Frühmorgen. Er wisse als früherer Präsident eines Lion-Clubs und ehemaliger Neurieder Gemeinderat, „wie man organisiert“. Der stellvertretende K&K-Vorsitzende zieht sich mit sofortiger Wirkung aus seinen Ämtern zurück, bleibt aber dem Verein als Mitglied weiterhin verbunden. „Ich möchte auf keinen Fall, dass der Verein Schaden nimmt.“

Andreas Staszewski bestätigt auf Anfrage die Differenzen. Seiner Ansicht nach waren diese „atmosphärisch schon länger unter dem Deckel“, das Inhaltliche habe zusätzlich reingespielt. Staszewski ist im Merkur-Gespräch bemüht, nicht weiter Öl ins Feuer zu gießen, sagt aber: „Ich bin der gewählte erste Vorsitzende. Die Richtung des Vereins bestimmt der Vorsitzende, nicht zum Beispiel ein Beisitzer.“ Mit der teilweisen Veränderung des Programms möchte er die Zukunft des Vereins sichern und „nicht immer nur das Gleiche machen“.

Hobelsberger will nicht mehr in den Vorstand

Hans Hobelsberger versucht, die Geschehnisse zu relativieren. Er wolle bei der nächsten Vorstandswahl im April 2020 nicht wieder als Beisitzer antreten. „Dies war aber schon länger geplant, da ich seit rund 25 Jahren für den Verein aktiv bin“, so Hobelsberger. Bis dahin bleibe er als Beisitzer aktiv. Auf die Frage, ob er mit der Vereinsausrichtung und der Atmosphäre im Vorstand zufrieden sei, antwortet er: „Es gibt eine subjektive Seite und eine objektive Seite. Natürlich muss der K&K funktionieren.“

Beisitzerin Angela Bassani kann aus beruflichen und familiären Gründen derzeit nur begrenzt für den Verein arbeiten, sodass laut Staszewski die Veranstaltungen der nächsten Monate im Wesentlichen von nur zwei Vorstandsmitgliedern gestemmt werden müssten. Das Neurieder Rathaus und „Freunde des K&K“ würden aushelfen. „Trotzdem ist dies für uns eine schwierige Situation in einer Zeit, wo wir ohnehin sehr viel Arbeit haben“, sagt Staszewski.

Das K&K-Programm der nächsten Monate beginnt am Samstag, 21. September, mit einem Auftritt des Kabarettisten Chris Boettcher in der Aula der Neurieder Grundschule. Der Vorverkauf startet am Samstag, 7. September, bei Schreibwaren Stucken (für Mitglieder am 4. September).

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