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Constanze Bär war ein halbes Jahr in Tansania . Eine Zeit, die ihr Leben verändert hat. Jetzt hält sie Vorträge darüber und sammelt Geld für soziale Projekte.  

Neuriederin verliebt sich in das Land Tansania

„Ich wäre am liebsten dort geblieben“

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Tansania lässt sie nicht mehr los. Davon profitieren die Menschen vor Ort. Am Dienstag fliegt Constanze Bär aus Neuried schon wieder hin. Ihr Traum ist es, ganz dort zu leben. Noch lässt er sich nicht verwirklichen.

Neuried Neurieds Katholiken kennen Constanze Bär. Sie kennen die heute 30-Jährige, weil sie die Ministranten geleitet hat, die Pfarrjugend, die Dekanatsjugend und die Firmgruppen. Auch die Jugendgottesdienste hat sie mitgestaltet. Inzwischen ist Bär studierte Lehrerin und Theologin. An ihrem Engagement für andere hat sich nichts geändert, doch es geht jetzt weit über die Grenzen Neurieds hinaus. Sechs Monate in Tansania haben das Leben von Constanze Bär verändert.

Im vergangenen Jahr unterstützte sie dort den Arzt und Pfarrer, Dr. Thomas Brei, der dabei ist, am Victoriasee ein Krankenhaus aufzubauen. Die Herzlichkeit, die Zufriedenheit, die Offenheit, der Glaube und das Gottvertrauen der Menschen in Tansania haben sie beeindruckt. So sehr, dass sie jetzt sagt: „Es ist ein Teil von meinem Leben. Ich brenne für Afrika.“

Drei Monate arbeitete sie im Busch, drei in Mwanza am Victoriasee. Die Zeit hat sie so sehr geprägt, dass sie jetzt andere mitreißen will. Sie will „Vorurteile abbauen und ein Weltbild geraderücken“, sie will Jugendliche bestärken, ihre Träume zu leben, sie will zeigen, „dass die Welt nicht nur schrecklich ist, auch nicht in Afrika“, und gleichzeitig will sie Spenden sammeln. In Neuried hält sie jetzt mehrere Vorträge über ihre Zeit in Afrika. Dass sie mitreißen kann, ist daran zu erkennen, dass sich die Neurieder bereits spendabel zeigten: Die Hälfte des Erlöses des vergangenen Christkindlmarktes sei dem Aufbau des Krankenhauses in Tansania zu Gute gekommen, sagt sie dankbar.

Constanze Bär erzählt, sie habe schon immer von einer Tätigkeit wie der in Tansania geträumt. „Aber nach dem Abi habe ich keine Organisation gefunden, bei der es mir gefallen hätte.“ Also habe sie zunächst Deutsch und Religion auf Lehramt studiert und parallel dazu ihr Diplom in Theologie gemacht. Nach ihrem Referendariat bekam sie dann ihre Chance. Ihr jetziger Arbeitgeber, die Diözese München-Freising, habe ihr vorgeschlagen, dem Missionsarzt der Diözese in Tansania zu assistieren. Das war ein Volltreffer. Von Februar bis August arbeitete sie dort unter anderem als persönliche Assistentin, als Seelsorgerin und als Lehrerin. Zwischendurch durchquerte sie nebenbei die Serengeti, das sei schließlich der Dienstweg ihres Chefs. Sie nutzte ihre Gelegenheit, Land und Leute kennenzulernen, und brachte sich ein. Selbst Kisuaheli lernte sie so gut, dass sie es beherrschte, die Betriebsanleitungen medizinischer Geräte aus Europa zu übersetzen.

„Ich würde gerne ganz da runter“, erklärt sie. Doch jetzt macht sie erst mal im bayerischen Ruhpolding ihre Ausbildung zur Pastoralreferentin. Das dauere noch eineinhalb Jahre. Dann würde sie gerne länger in Tansania arbeiten. Derweil bleibt sie dem Land freilich nicht fern. In Deutschland organisiert die Neuriederin in ihrer Freizeit Hilfsgüter für Mwanza. Die dafür nötigen Spenden sammelt sie, indem sie Vorträge hält „über die beste Zeit ihres Lebens“, wie sie sagt. Wenn Ostern vorbei ist und sie sich in ihrer Pfarrei Urlaub nehmen kann, fliegt sie umgehend nach Tansania, um medizinische Hilfsmittel hinzubringen. Auch ihren Urlaub im Sommer will sie dort verbringen. Tansania lässt sie nicht mehr los. „Ich wäre am liebsten dort geblieben.“

Wer mehr über die Arbeit und das Projekt von Constanze Bär erfahren will: Am Donnerstag, 26. April, hält sie ihren nächsten Vortrag in Neuried. Los geht es um 19 Uhr im Pfarrsaal; Spenden sind willkommen.

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