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Traurige Corona-Nachricht: Winter-Tollwood fällt komplett flach - „Trotz sehr guten Hygienekonzepts“

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Fachtag Demenz in Neuried mit Vortrag von Bürgermeister Harald Zipfel
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Ein Grußwort zum Auftrakt des „Fachtages Demenz“ hielt Bürgermeister Harald Zipfel (li.), flankiert vom Seniorenbeauftragten der Gemeinde, Andreas Kobza, und Anja Preuss von der Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung (ganz re.).

Neuried übernimmt Vorreiterrolle: Arbeitskreis und viele Projekte für Erkrankte und Angehörige

Erste „demenzfreundliche Kommune“ im Würmtal

„Gemeinsam gegen das Vergessen“ lautet die Devise: Gefördert vom Landratsamt München, wird Neuried die erste „demenzfreundliche Kommune“ im Würmtal.

Neuried - Ziel des Projektes ist, die Lebensqualität von demenziell Erkrankten zu steigern: mit Livemusik, Schlagern, Tanzveranstaltungen und Ausflügen. Auch die pflegenden Angehörigen sollen entlastet werden. Zur Umsetzung des Anliegens trafen sich Ehrenamtliche und Mitarbeiter verschiedener Organisationen nun zum „Fachtag Demenz“ in der Mehrzweckhalle in Neuried. Unter der Leitung von Andreas Kobza, Seniorenbeauftragter der Gemeinde Neuried, wurden Ideen und Vorschläge gesammelt. Coronabedingt fand die Tagung mit vier Monaten Verzögerung statt, und die im Oktober geplante Messe zum Thema demenzfreundliche Kommune Neuried muss ganz auf nächstes Jahr verschoben werden.

160 an Demenz erkrankte Menschen

Aktuell leben in Neuried rund 160 an Demenz erkrankte Menschen. In den nächsten Jahren wird die Zahl wohl auf über 225 Demenzkranke ansteigen. Die Neurieder Nachbarschaftshilfe bietet bereits Fahrdienste sowie Gedächtnis-, Handarbeits- und Smartphonekurse an. Auch Hilfsorganisationen wie die Malteser, Caritas und das Sozialnetz Würmtal-Insel bieten vielfältige Hilfe für Demenzkranke und deren Angehörige an.

Für eine „demenzfreundliche Kommune“ reicht dies allerdings nicht aus. Die Teilnehmer vom „Fachtag Demenz“ waren sich schnell einig, dass die Aufklärung und das Wissen über demenzielle Krankheiten verstärkt werden müssen. Den Betroffenen soll es erleichtert werden, Hilfe zu finden, sie anzunehmen und über die Krankheit offen sprechen zu können.

Zur Umsetzung des Vorhabens ist ein neuer Bereich, inklusive Broschüre, auf der Website der Gemeinde Neuried geplant. Auch sollen künftig mehr Vorträge der Alzheimer-Gesellschaft Landkreis München gebucht werden. Ebenfalls vorgeschlagen wurden Kunst- und Wanderausstellungen im Rathaus, die über die Krankheit aufklären.

Sofern es Corona zulässt, wird ab nächstem Jahr auch das Schulungsprogramm „EduKation demenz“ in Neuried offeriert. Das Angebot ist speziell für die pflegenden Angehörigen ausgelegt und soll diese durch Förderung der Kommunikation und fundiertes Wissen über die Krankheit entlasten.

„Herbstwind-Gruppe“ angedacht

Auch über das Angebot einer „Herbstwind–Gruppe“ wird nachgedacht. In Gräfelfing wird die Tages- und Nachmittagsbetreuung der Alzheimer-Gesellschaft Landkreis München bereits angeboten. Viermal pro Woche treffen sich die sieben bis 15-köpfigen Gruppen mit geschulten, ehrenamtlichen Helfern. Angeboten werden unter anderem Fahrdienste, Tanztees, Livemusik, Spaziergänge an der Isar und Wanderungen mit Lamas. Im Vordergrund stehen die Lebensfreude, die Selbstständigkeit und die Gemeinschaft der Demenzkranken sowie die Entlastung der pflegenden Angehörigen. Ob und wann eine Herbstwind-Gruppe auch in Neuried angeboten wird, steht aufgrund des akuten Mangels an Fachkräften, der hohen Kosten und den spezifischen Anforderungen an die Räumlichkeiten noch nicht fest. „Es ist ein sehr anspruchsvolles Projekt, das Zeit braucht“, so Kobza.

Weitere Vorschläge zur Unterstützung demenziell Erkrankter und ihrer pflegenden Angehörigen in Neuried sind unter anderem das Angebot regelmäßiger Gesprächskreise für pflegende Angehörige, die Verbesserung der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, die Schulung von ehrenamtlichen Helfern und das vermehrte Angebot von Tanz- und Sportveranstaltungen. An benötigten Räumlichkeiten sollen bereits zur Verfügung stehende Gebäude wie das Jugendhaus, die Neurieder Kindergärten oder der Pfarrsaal St. Nikolaus genutzt werden. Zur Umsetzung der bereits bestehenden Ideen und um weitere Schritte und Angebote einzuleiten, wurde am Ende der Tagung ein Arbeitskreis aufgestellt. Lara Listl

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