Linie von Wessling nach Grosshadern

Getrübte Freude über Expressbus

Für Neuried rückt der Traum vom Expressbus X910 in greifbare Nähe. Die Freude ist groß – wenn auch ein wenig getrübt.

Neuried – Die Expressbuslinie von der U-Bahn in Großhadern nach Weßling wird kommen, so viel steht fest – nur wann ist ungewiss. Während im Landkreis Starnberg noch über die Kostenverteilung debattiert wird, freut sich Neurieds Bürgermeister Harald Zipfel schon mal. Er geht davon aus, dass seine Gemeinde nichts für den geplanten X910 bezahlen muss. Doch seine Freude ist ein wenig gedämpft. „Der Bus fährt nicht ganz so oft, wie gedacht“, sagt er. Ursprünglich sei von einem 20-Minuten-Takt die Rede gewesen. Außerdem meint er: „Es gibt nur eine Haltestelle in Neuried (Rathaus). Wir hatten versucht eine zweite im Gewerbegebiet zu bekommen, aber das ist im Moment nicht angedacht.“

Was Zipfel zudem etwas verstimmt ist, dass er von der Zustimmung des Starnberger Kreisausschusses zur Buslinie aus der Zeitung erfahren habe. Erst am vergangenen Donnerstag habe es Kontakt zum Starnberger Landratsamt gegeben – und das, obwohl der Bus sein Gemeindegebiet durchquere. Einen offiziellen Brief hielt er bis zum Wochenende nicht in Händen. Aufgrund des späten Beschlusses in Starnberg – der Landkreis München hatte die Linie schon länger abgesegnet – werde er den Haderner Weg, über den der Bus rollen soll, nicht wie ursprünglich angedacht vor Inbetriebnahme der neuen Linie sanieren lassen. Jetzt fehle die nötige Vorlaufzeit. „Das Geld dafür steht nicht im Haushalt. Und wir müssen die Arbeiten erst ausschreiben.“ Doch Zipfel sagt: „Wir werden die Fahrbahndecke überprüfen.“

Sollte der neue Bus nicht schwerer und größer sein als der der Linie 269, dränge wohl keine Sanierung. Aber: „Wir sehen den Begegnungsverkehr problematisch.“ Da es bislang noch keine Probe-Befahrung der geplanten Strecke gegeben habe, warte die Gemeinde Neuried jetzt erst einmal ab. Ob der X910 einmal den 269 ablösen wird, wie Zipfel es sich wünscht, und die Gemeinde damit 120 000 Euro im Jahr sparen kann, bleibt ungewiss. „Durch die späte Entscheidung in Starnberg wird es immer schwieriger“, meint Zipfel. Die Verträge für die Linie 269 liefen bis 2021. „Eigentlich muss man ein Jahr vorher festlegen, ob man ihn behalten will oder nicht“, erklärt der Bürgermeister. Bedeutet, die Fahrgastzahlen müssten bis 2019 erhoben sein.

Die Zeit wird also knapp. Da die neue Linie nur einen Halt in Neuried vorsehe, gebe es unter den Neuriedern zudem Vorbehalte, den 269er einzustellen. „Es gibt Meldungen aus der Bevölkerung, dass dann Haltestellen fehlen.“ Bis in das Jahr 2021 werden auf jeden Fall beide Busse parallel unterwegs sein.

Doch jetzt muss der X910 erst einmal seinen Betrieb aufnehmen. Ob der Bus zum Fahrplanwechsel im Dezember erstmals durch Neuried fahren wird? „Dieses Jahr wird das, glaube ich, nichts mehr“, meint Zipfel. Er rechnet nicht vor dem Frühjahr 2018 mit der Expressbuslinie. Einfluss nehmen kann Neuried nicht. „Im Moment können wir nur beobachten“, weiß Zipfel.

Victoria Strachwitz

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