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Traut sich kaum noch auf den Timberland-Trail: die Neuriederin Charlotte Barta mit ihren Hunden Ralfi (links) und Emmi.  

Im Wald kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen den Nutzern

„Am schlimmsten sind die Radler“

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Charlotte Barta begleitet ein mulmiges Gefühl, wenn sie alleine mit ihren Hunden Gassi geht. Zumindest, wenn sie dafür auf dem Timberland-Trail in Neuried unterwegs ist.

Neuried –  Schon seit Längerem fällt Barta auf, dass immer mehr Menschen die Kotbeutel ihrer Hunde dort achtlos an den Wegesrand werfen, sagt sie. Sie sorgt sich darum, dass Wildtiere die Beutel fressen und daran sterben. „Aber am schlimmsten sind die Radler“, sagt Barta. „Die rasen da durch wie die Wahnsinnigen.“

Kürzlich sei sie mit ihren beiden Hunden Ralfi und Emmi entlang des Timberland-Trails spazieren gegangen. Plötzlich seien ihr zwei Jugendliche auf Fahrrädern entgegengebrettert. Sie habe sie noch darauf hingewiesen, dass Radfahren auf dem Weg verboten sei. Daraufhin hätten die beiden sie wüst beschimpft, sie verfolgt, ihr am Ende des Pfades aufgelauert und ihr „Morgen wirst du was erleben“ hinterhergebrüllt. „Seitdem gehe ich nur noch mit meinem Mann in den Wald“, sagt Barta und seufzt. „Das war mal so ein schöner Wald. Aber es ist wirklich gefährlich geworden.“

Forstbetriebsleiter Seerieder kennt die Nutzerkonflikte

Bei den Bayerischen Staatsforsten kümmert sich Wilhelm Seerieder um den Forstenrieder Park und den Timberland-Trail. Er kennt die Nutzerkonflikte, die im Wald entstehen können. Was das Radl-Verbot entlang des Timberland-Trails anbelangt, „da hat die Dame völlig recht“, so Seerieder. Denn Radfahren und Reiten ist im Wald nur auf dafür geeigneten Wegen zulässig. „Der Timberland-Trail ist, wie der Name schon sagt, ein Pfad“, erklärt Seerieder. Unerlaubtes Fahrradfahren könne daher jeder zur Anzeige bringen. Abseits der befestigten Forstwege zu fahren, sei sogar ein Verstoß gegen das Naturschutzgesetz. Seerieder: „Wer dort fährt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.“

Allerdings seien der Forstverwaltung die Hände gebunden. Er als Forstbetriebsleiter nehme keine hoheitliche Funktion wahr, könne, wie jeder andere Bürger, lediglich sagen, dass das Unrecht ist, mehr nicht. „Wir sind nicht für alles und jeden da draußen verantwortlich“, so Seerieder. Eine Institution, die sich um Nutzungskonflikte im Wald kümmert, gebe es nicht. An schönen Tagen seien allein im Forstenrieder Park manchmal 20 000 Personen unterwegs. Da könne es schon mal vorkommen, dass sich der eine vom anderen gestört fühle. Die Aufgabe der Forstverwaltung sei der Erhalt des Waldes. Konflikte zwischen Spaziergängern, Hundebesitzern und Radfahrern zu klären, „übersteigt unsere Möglichkeiten“.

Wild meidet Kotbeutel

Im Hinblick auf die herumliegenden Kotbeutel kann Seerieder Charlotte Bartas Sorgen nur teilweise teilen. Das Problem habe bereits abgenommen, und anders als grasende Kühe wisse Wild genau, was es fresse. Es sei also unwahrscheinlich, dass Tiere durch den Verzehr von Kotbeuteln zu Schaden kämen. Dass die Leute die Tütchen nicht einfach in den Wald werfen sollten, „das gebieten der Anstand und das Abfallrecht“.

Nicht nur Kotbeutel und rabiate Radfahrer sorgen für Ärger im Forstenrieder Park.

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