Im neuen Viertel auf dem einstigen Hettlage-Gelände

Frauen erobern Neurieds Straßen

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In Neuried gibt es eine Premiere: Erstmals in der Geschichte der Gemeinde werden Frauen mit Straßennamen geehrt.

Neuried – Fast sah es so aus, als müsse der Tagesordnungspunkt verschoben werden. Aber dann ging es unverhofft schnell, als der Neurieder Gemeinderat in seiner letzten Sitzung des Jahres die Benennung dreier Straßen beschloss. Konkret ging es um die künftige Nord-Süd- sowie Ost-West-Achse durch das einstige Hettlage-Gelände sowie die Straße, die durch das Neubaugebiet südlich des Maxhofwegs führen wird.

Eingegangen waren mehr als zwei Dutzend Vorschläge von Gemeinderäten, aus der Verwaltung sowie dem Gemeindearchiv. „Da hat sich eine recht schöne Sammlung ergeben“, sagte Bürgermeister Harald Zipfel, als er die Vorschlagsliste durchging. Gerechnet hatte er mit sechs bis acht Vorschlägen. Viele hätten sich im Hinblick auf das ehemalige Hettlage-Gelände an den umliegenden Straßen, sprich der Zugspitz- und der Karwendelstraße orientiert, erläuterte Zipfel. Daher waren Namen wie Kochelseestraße oder Walchenseestraße überproportional häufig auf der Liste vertreten.

Das Problem nur: Viele dieser Straßen gibt es bereits in München oder im Münchner Umland. So ist etwa die Kochelseestraße eine kleine Straße zwischen Implerstraße und Isar, in Giesing gibt es einen Walchenseeplatz. Mechthild von der Mülbe (SPD) war es daher wichtig, „etwas Neues zu finden, was es so noch nicht gibt“. Im Hinblick auf Polizei- oder Rettungseinsätze sei entscheidend, dass es nicht zu Verwechslungen komme. „Man bleibt jetzt innerhalb der Bergwelten, oder man geht auf Personennamen“, lautete ihr Vorschlag. Insgesamt zeichnete sich die Tendenz ab, Straßen lieber nach einer Person zu benennen, am liebsten einer lokal bedeutenden Persönlichkeit. Siegfried Schopf (BZN) betonte, dass mit den Straßennamen besonders Neurieder gewürdigt werden sollten. 3. Bürgermeister Dieter Maier (Grüne) brachte es auf den Punkt: „Wir haben zwölf Straßen mit Männernamen, aber keine mit einem Frauennamen.“

Dass Männer bei der Neubenennung der Straßen gar nicht zum Zug kommen sollten, passte Paolo Brenner (CSU) nicht. Er schlug vor, eine der Straßen nach Werner Klinner zu benennen, einem Mediziner, der in Deutschland die Herzchirurgie eingeführt habe. Schopf führte dagegen an, dass Klinner nur in Neuried gelebt habe, weil er am Klinikum Großhadern tätig war. Ein echter Neurieder sei er daher nicht.

Als Kompromiss schlug 2. Bürgermeister Markus Crhak (BZN) vor, die beiden Straßen durch das ehemalige Hettlage-Gelände nach Neuriederinnen, jene am Maxhofweg nach der umgebenden Flur zu benennen. Und so fiel die Wahl für die Straße, die vom Maxhofweg abgehen, soll auf Bozaunweg. Die beiden Straßen durch das ehemalige Hettlage-Gelände sollen nach Marie Deubler und nach Anna Maria Siegmund benannt werden. Vor der endgültigen Namensgebung müssen noch eventuell lebende Hinterbliebene gefragt werden.

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