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Gemeinde willgegensteuern Die Anwohner an der Gautinger Straße (v.li.) Hans Pechmann, Fred Altmann und Hans Jörg Bauer beklagen, dass geparkte Anhänger und Wohnwagen der Straßenraum so weit einenge, dass auch die Gehwege zugeparkt werden. „Die Firma wickelt ihre Geschäftstätigkeiteinfach auf der Straße ab.“

Gautinger Straße in Neuried

„Gehweg wird viel zu eng“: Geparkte Anhänger stören Anwohner

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Die Parksituation in der Gautinger Straße in Neuried ist für die Anwohner ein Ärgernis. Die Gemeinde hat erste Maßnahmen angekündigt. Die große Lösung lässt aber auf sich warten.

Neuried – Als 2007 die Ortsumgehung über die Kreisstraße M 4 in Betrieb ging, war das für die Anwohner der Gautinger Straße in Neuried eigentlich ein Segen. Die Staatsstraße hatte zuvor den immer weiter zunehmenden Verkehr von und nach Gauting direkt am Wohngebiet vorbei ins Ortszentrum gebracht. Das ist jetzt vorbei, die Gautinger Straße ist innerorts längst zur Gemeindestraße herabgestuft. Es gibt ein Tempolimit. Damit das auch eingehalten wird, wurden die Parkverbote aufgehoben, die seinerzeit entlang der Staatsstraße galten. Das sollte Raser ausbremsen, führt jetzt aber zu neuen Problemen, die Anwohnern zunehmend sauer aufstoßen.

Die Gemeinde versucht, mit provisorischen Maßnahmen gegenzusteuern. Die eigentlich einmal angedachte große Lösung wird wohl aber noch länger auf sich warten lassen.

„Gehweg wird viel zu eng“

Die Fahrbahn der Gautinger Straße mit ursprünglich je einer Richtungsfahrspur ist im Westteil durch das beidseitig erlaubte Parken jetzt so verengt, dass Begegnungsverkehr zum Ausweichen in Parklücken und Einfahrten zwingt. Und weil am südlichen Straßenrand entlang des Neurieder Gewerbegebietes zunehmend breite Anhänger, Wohnmobile und Nutzfahrzeuge stehen, parken Autofahrer auf der gegenüberliegenden Seite oft weit auf dem Gehweg, um die Fahrbahn nicht zu sehr zu verengen. „Dadurch wird der Gehweg aber viel zu eng“, klagt Anwohner Hans Pechmann. Würden sich Menschen mit Kinderwägen oder Gehwägen begegnen, kämen sie oft nicht aneinander vorbei.

Das Problem, das nahe des Ortsrandes schon länger bestand, habe sich im vergangenen Herbst weiter in Richtung Ortsmitte ausgeweitet, als eine örtliche Anhängerverleih- und Verkaufsfirma vom äußersten Ende des Gewerbegebietes an die Ecke Gautinger Straße/Kiefernstraße umgezogen sei. „Die Firma wickelt ihre Geschäftstätigkeit einfach auf der Straße ab“, findet Pechmann. Immer mehr Pferdeanhänger, Wohnwägen – auch mit Starnberger Kennzeichen und manchmal sogar wochenlang bewohnt – , Lastwägen mit allen möglichen Kennzeichen und sogar große Segelboote würde in der Gautinger Straße oft monatelang abgestellt, berichten seine Nachbarn. Erlaubt ist das laut Straßenverkehrsordnung für maximal zwei Wochen.

In der Gemeinde ist das Problem bekannt

Pechmann sagt, er habe sich mehrfach schriftlich an Bürgermeister Harald Zipfel und die Gemeinderäte gewandt. Dass er darauf keine Reaktion erhalten habe, störe ihn. Eine gewisse Wirkung zeigte die Initiative aber offenbar doch. Anfang Februar kündigte Zipfel im Bau- und Umweltausschuss eine neue Parkverbotsreglung an. Denn Gespräche mit der betreffenden Firma hätten kein befriedigendes Ergebnis gebracht. Zwischen den Einmündungen der Kiefernstraße und der Josef-Doll-Straße soll das Parken in Zukunft nur noch am südlichen Straßenrand und nur noch für Pkw erlaubt sein. Die Regelung werde wohl demnächst in Kraft treten, heißt es aus dem Neurieder Bauamt.

Damit wäre die Behinderung der Fußgänger auf dem nördlichen Gehweg durch parkende Autos wohl erledigt. Doch die Anwohner befürchten, dass sich das Problem dann einfach weiter nach Westen verlagern und sich dort möglicherweise noch verschärfen würde.

Schon vor Jahren hatte die Gemeinde überlegt, entlang des gesamten Gewerbegebietes das Parken nur einseitig zu erlauben und dafür Schrägparkplätze einzurichten. Diese Lösung sei noch nicht vom Tisch, heißt es aus dem Bauamt. In ihrer Länge begrenzte Schrägparkplätze würden die Möglichkeiten, große Fahrzeuge abzustellen, stark einschränken. Beschlossen ist dieser Umbau aber noch nicht. Und selbst wenn, würde er auf der Liste der Projekte, die mangels Geld ihrer Umsetzung harren, wohl nicht direkt weit nach oben rutschen.

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