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Entwurf für das Hettlage-Areal: So könnte das Gewerbegebiet (Blick von der Forstenrieder Straße) nach aktuellem Planungsstand aussehen, wenn die Gemeinde bei ihren Vorgaben bleibt. Der Investor würde gerne noch den Bau vorne rechts von 14 auf 18 Meter erhöhen und auf den linken, 20 Meter hohen Riegel Technik-Aufbauten setzen.

Hettlage-Areal

Gemeinde hält an Hettlage-Plan fest

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Die Stellungnahmen von Bürgern und Behörden zum Neurieder Hettlage-Areal sind abgearbeitet. Verändern wird sich die Planung trotz zahlreicher Einwendungen kaum.

Neuried – Bereits im Dezember hatte der Neurieder Bauausschuss zwei volle Sitzungsabende darauf verwendet, die zahlreichen Stellungnahmen von Bürgern und Behörden zum Bebauungsplan für das Hettlage-Areal zu diskutieren. In einer dritten Sitzung am Dienstagabend konnte das Gremium endlich die Behandlung der Einwendungen abschließen, die während der ersten öffentlichen Auslegung des Planentwurfs im Sommer eingegangen waren.

Nun muss der Plan, voraussichtlich Anfang März, ein zweites Mal für mindestens vier Wochen öffentlich ausgelegt werden. Gegenüber der ersten Auslegung wird er dann kaum Veränderungen aufweisen, obwohl von Anwohnern, Straßenbaubehörden und auch vom Grundstückseigentümer und Investor, auf den der Plan ja in wesentlichen Teilen zugeschnitten ist, teils deutliche Kritik geäußert wurde.

Zum größten Problem für das Konzept schien zunächst die zuständige Straßenbaubehörde zu werden. Das Staatliche Bauamt Freising hatte die geplante zusätzliche Einmündung auf die Kreisstraße M4 für nicht zulässig befunden. Der Verkehr sei über Forstenrieder Straße und Zugspitzstraße abzuwickeln. Ein vor Jahren beim Bau der M 4 angelegter Zufahrtsstutzen sei zurückzubauen.

Diesen Stutzen habe das Straßenbauamt damals selbst für eine eventuell einmal nötige zusätzliche Erschließung angelegt, sagte Neurieds Bauamtsleiterin Dagmar Hasler. „Jetzt sollten wir ihn auf unsere Kosten wieder entfernen.“ Offenbar erst nach intensiven Gesprächen und einer Verlegung der Tiefgaragenausfahrt für die geplanten Wohngebäude im südlichen Bereich des Hettlage-Areals an die Zugspitzstraße änderte das Straßenbauamt seine strikte Haltung. Über die neue Zufahrt zur M 4 würde so ausschließlich Verkehr aus dem Gewerbegebiet abgewickelt, das im nördlichen Teil entstehen soll.

Die neue Zufahrt soll keine Ampel erhalten. Für die Zustimmung der Straßenbaubehörde muss die Gemeinde aber nachweisen, dass die M 4 an dieser Stelle eine weitere Ampel verträgt, falls die später doch einmal notwendig wird. Diese Untersuchung liegt bisher nicht vor.

Von Anwohnern war in der Auslegung Kritik wegen des befürchteten Lärms und wegen der geplanten Gebäudehöhen gekommen. Der im Osten geplante Gewerberiegel, der die dahinter liegenden Häuser gegen Gewerbelärm abschirmen soll, stößt auf Widerspruch. Den Anwohnern sind durchgängig 20 Meter Höhe zu massiv. Dem Investor dagegen reichen sie nicht, zumindest wenn keine zusätzlichen Dachaufbauten für Lüftungen oder Aufzüge möglich sein sollen. Die Vorstellungen eines amerikanischen Großkonzerns, der derzeit an der Anmietung von 20 000 Quadratmetern für Büros und Labors interessiert sei, werde er so wohl nicht bedienen können, sagte Eigentümer Andreas Lesser auf Merkur-Anfrage. Die Gemeinde wolle Gewerbesteuereinnahmen, erschwere aber gleichzeitig eine am Bedarf der Unternehmen orientierte Planung.

Die Gemeinderäte ließen durchblicken, dass sie Dachaufbauten in gewissen Umfang vielleicht doch noch zulassen würden. Man wolle aber jetzt nichts pauschal erlauben, so die mehrheitliche Meinung. Man solle „die Spannung für die Planer hochhalten“, sagte Andreas Giese (CSU). Die sollten in den kommenden Wochen eine Lösung für ein Minimum an Dachaufbauten erarbeiten, über die man dann reden könne.

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