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Weiterhin nicht nutzbar: die Mehrzweckhalle Neuried.

Gesperrte Neurieder Mehrzweckhalle

Gemeinde will in Vorleistung gehen

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Die Gemeinde Neuried will ihre Mehrzweckhalle schnellstmöglich wieder nutzbar machen. Deshalb kam der Gemeinderat jetzt überein, im Hinblick auf die mangelhafte Deckenverkleidung in Vorleistung zu gehen.

Neuried – Die Gemeinde Neuried möchte, dass bei der seit fast zwei Jahren gesperrten Mehrzweckhalle endlich etwas vorangeht. Daher hat der Gemeinderat am Dienstag beschlossen, dass die Verwaltung ein Büro mit der Überplanung der Zwischendecke beauftragen darf. „Dadurch, dass wir einen Planer beauftragen dürfen, können wir jetzt suchen“, sagt Bauamtsleiter Andreas Braun auf Merkur-Nachfrage und ergänzt: „Die Vergabe ist ja noch nicht in dieser Woche.“ Man könne sich nun aber orientieren, welche Büros hier Erfahrung haben und welche Referenzen diese vorweisen können.

Falls die Gemeinde selbst tätig wird, würde sie in Ersatzvornahme gehen. Die Kosten will man aus dem zurückgehaltenen Rechnungsbetrag bestreiten, den man der Baufirma noch nicht überwiesen hat. Für den der Gemeinde entstandenen Schaden sollen die Baufirma oder der Architekt aufkommen, die für die Planung beziehungsweise Errichtung der Decke zuständig waren. Derzeit klärt ein vom Landratsamt bestellter Prüfstatiker, ob die Planung der Decke so zulässig war. Der Prüfbericht soll bis Ende des Monats vorliegen. „Ob dann bei der Ausführung gepfuscht wurde, steht da nicht drin“, erklärt Bauamtsleiter Braun. Eine gerichtliche Beweissicherung durch einen beauftragten Sachverständigen zum tatsächlichen Zustand der baulichen Ausführung liegt bislang nicht vor. Und dies trotz nachhaltigen Insistierens vonseiten des Bürgermeisters und einer Anwaltskanzlei bei Gericht.

„Mit dieser Vorgehensweise verlieren wir keine Zeit“, sagte Mechthild von der Mülbe (SPD) in der Sitzung im Hinblick auf die Ersatzvornahme. Bis zum Ende des Gerichtsverfahrens könne man nicht warten, das dauere zu lange. „Wir werden nicht umhinkommen, in Vorleistung zu gehen“, so von der Mülbe. Bernd Quintenz (W-BIN) sah das ähnlich und wollte von Bauamtsleiter Braun wissen, was die neue Decke kosten würde. Dieser erklärte, dass das Gewerk selbst mit 150 000 Euro veranschlagt sei. Hinzu kämen Kosten für Gerüst, Randgewerke und Planungskosten, zusammen rund 120 000 Euro.

Bis die Mehrzweckhalle dann wirklich wieder nutzbar ist, könnte es aber noch etwas dauern. „Auch das Abnehmen der Decke muss national ausgeschrieben werden“, sagte Bürgermeister Harald Zipfel. Bauamtsleiter Braun geht davon aus, dass Planung und Ausschreibung etwa ein halbes Jahr in Anspruch nehmen. Ziel ist es, die Halle zum Schuljahr 2019/20 wieder freigeben zu können.

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