+
Wie lange die Neurieder Mehrzweckhalle noch gesperrt bleiben muss, ist auch nach dem Gutachten weiter völlig offen. 

Mehrzweckhalle Neuried

Gutachter bestätigt Baumängel

  • schließen

Endlich liegt ein unabhängiges Gutachten zu Sicherheitsmängeln in der Neurieder Mehrzweckhalle vor. Eine schnelle Wiedereröffnung ist trotzdem nicht in Sicht.

Neuried – Die lange erwartete Post traf am Montag im Neurieder Rathaus ein. Doch obwohl in dem Schreiben zu großen Teilen das steht, was man sich in der Gemeindeverwaltung erhofft hatte, hielt sich die Freude in Grenzen. Denn das Sachverständigengutachten, das das Landgericht München im Rahmen eines von der Gemeinde Neuried angestrengten Beweissicherungsverfahrens in Auftrag gegeben hatte, gibt keinen Aufschluss darüber, wann die Neurieder Mehrzweckhalle wieder nutzbar sein könnte.

Der vom Gericht bestellte Sachverständige hat laut Auskunft aus dem Rathaus zwar weitgehend bestätigt, was schon vor fast einem Jahr ein Gutachten im Auftrag der Gemeinde festgestellt hatte, nämlich dass die Deckenverkleidung in der Halle unsachgemäß angebracht wurde. So seien für bestimmte Deckenelemente zu wenige Sicherungsstifte verwendet worden. Eine Sperrung sei deshalb nötig gewesen. Ganz so eindeutig wie erhofft fiel das Gerichtsgutachten jedoch nicht aus. Die Hoffnung, es würde die Innenverkleidung der Hallendecke eindeutig als Fehlkonstruktion einstufen, erfüllte sich nicht.

„Wir müssen den Inhalt des Gutachtens jetzt noch genauer prüfen“, sagt Neurieds Bauamtsleiterin Dagmar Hasler. „Aber es scheint so, als meine der Gutachter, die Mängel seien durch Nachbesserung behebbar.“ Wäre eindeutig eine Fehlkonstruktion festgestellt worden, die auch durch Nachbesserung nicht in einen brauchbaren Zustand zu versetzen wäre, hätte man die Verkleidung selbst abnehmen lassen und so die Hallennutzung teilweise ermöglichen können. Die Verkleidung hätte dann später, etwa während den Sommerferien, neu hergestellt werden können – entweder durch die ursprünglich damit beauftragte Firma, die laut Gemeinde jeden Sachmangel bestreitet und der man die 130 000 Euro, die für die Deckenverkleidung veranschlagt sind, nicht überwiesen hat, oder durch ein anderes Unternehmen. Ohne die Verkleidung, in der Teile der Veranstaltungstechnik untergebracht sind, wäre zumindest Schulsport möglich. Solange die Verkleidung aber hängt, muss die Halle gesperrt bleiben.

Kommt es so, wie man im Bauamt aktuell fürchtet, müsste man der Firma die Möglichkeit zur Nachbesserung geben. Zudem deutet das Gutachten an, dass weitere Untersuchungen nötig sind, bevor sich ein eindeutiges Bild ergibt. Wartungsklappen in der Decke seien möglicherweise zu schwer. Das müsse aber erst noch von Statikern berechnet werden.

Offen ist auch, ob die ausführende Firma die Sachmängel jetzt anerkennt oder versucht, sich gegen eine Nachbesserung zu wehren. Selbst wenn sie sich zur Nachbesserung bereit erklärt, steht nicht fest, wie viel Zeit ihr dafür eingeräumt werden muss. Die Parteien haben nun sechs Wochen Zeit, zu dem Gutachten Stellung zu nehmen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Entscheidung für ein Leben als Augustiner
Aus Felix Katzenberger ist Bruder Philipp geworden, aus Michael Clemens Bruder Michael. Ein Jahr haben sie als Novizen im Augustinerkonvent Maria Eich gelebt. Am …
Entscheidung für ein Leben als Augustiner
Lokalsport im Würmtal
Hier finden Sie einen Überblick über die Artikel zu den Sportereignissen im Würmtal. Der direkte Weg zum Lokalsport:
Lokalsport im Würmtal
Polizei und Gemeinden ziehen Bilanz über nächtliche Ruhestörungen im Würmtal
Sommer für Sommer prallen am Anger in Gräfelfing das Ruhebedürfnis der Anwohner und der Spaß derjenigen aufeinander, die baden, grillen und feiern. Eine erste Bilanz.
Polizei und Gemeinden ziehen Bilanz über nächtliche Ruhestörungen im Würmtal
Ein Kraftakt, der sich gelohnt hat
Nach anderthalb Monaten ist die Ausstellung „Glaube – Liebe – Hoffnung“ nun zu Ende gegangen. Der Kunstkreis Gräfelfing und die Kirchenvertreter blicken auf eine …
Ein Kraftakt, der sich gelohnt hat

Kommentare